Vorstellung des Minicomputer Calliope auf dem IT-Gipfel; Gruppenbild der Gesellschafter der Calliope gGmbH und zwei Mädchen

© BMWi/Maurice Weiss

Calliope, eine der neun Töchter des Göttervaters Zeus, Muse der Wissenschaft, wird von Informatikern sehr geschätzt. Sie wurde oft mit einer Schreibtafel dargestellt. Daher sieht mancher sie als „Tabletmuse“ eine antike Vorbotin digitaler Bildung. So wurde sie zur Namenspatronin eines Projekts, das die digitale Schulbildung in Deutschland revolutionieren kann: Auf dem Nationalen IT-Gipfel am 16./17. November wird das Calliope mini Board offiziell präsentiert – ein Bastelcomputer, mit dem Kinder bereits im Grundschulalter spielerisch an Technik und Funktionsweise von Computern herangeführt werden können.

Auf den ersten Blick fällt die für einen Mini-Computer ungewöhnliche Sternform der Platine auf. Auf dieser finden sich verschiedene Bauteile und Module: Ein Display mit 25 roten und einer RGB-LED, ein Sensor, der Lage, Geschwindigkeit, Temperatur und Licht messen kann, Lautsprecher und Mikrofon sowie ein USB-Anschluss und ein Bluetooth-Modul, um Calliope mini mit anderen Geräten zu verbinden. In den Ecken des Sterns sind Schnittstellen zu weiteren Geräten und Sensoren zu finden – weit genug voneinander entfernt, um ungewollte Kurzschlüsse zu vermeiden.

Platine des Mini-Computer in ungewöhnliche Sternform

© Calliope gGmbH i. Gr.

Calliope mini ist keineswegs als Spielzeug für Nerdhaushalte konzipiert – die Männer und Frauen hinter dem Projekt haben eine Vision: „Wir wollen jedem Schulkind in Deutschland ab der 3. Klasse einen spielerischen Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen. Wir wollen aber nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer, das ganze Bildungssystem erreichen, um langfristig mehr digitale Inhalte an den Schulen zu vermitteln und dies in den Lehrplänen dauerhaft zu verankern. Davon versprechen wir uns besser ausgebildete Schulabgänger, aber auch kritischere und souveräne Nutzer der neuen Technologien, die sowohl Begeisterung für die Möglichkeiten als auch ein Gefühl für die Gefahren mitnehmen.“

Zur Zeit testen zwei Schulen im Saarland den praktischen Einsatz von Calliope mini, ab dem kommenden Jahr soll das Gerät für alle Drittklässler in Deutschland zur Verfügung stehen – parallel werden Lehrer für den Einsatz im Unterricht fortgebildet. Mittelfristig soll der Calliope mini kostenlos an alle interessierten Grundschulen und deren Drittklässler ausgegeben werden. Die Entwicklung des Calliope mini wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Weitere Infos gibt es auf http://calliope.cc/ und in diesem Presseartikel.