Die Digitalisierung bleibt einer der Schwerpunkte der Bundesregierung. Ziel ist es, die Digitalisierung zu beschleunigen, zu vertiefen und ihr Potenzial für Wohlstand, Freiheit, soziale Teilhabe und Nachhaltigkeit zu nutzen. In diesem Jahr rückt das Thema Datenökonomie ins Zentrum. Damit blickt der Digital-Gipfel 2022 hinter die Kulissen der Digitalisierung und beschäftigt sich mit der essentiellen Ressource der digitalen Transformation: Daten.

Daten als Innovationstreiber

Daten stehen im Mittelpunkt des digitalen Wandels. Sie bestimmen Produktionsprozesse und Lieferketten genauso wie unseren Konsum und unsere Lebensweise. Die Nutzung der wachsenden Datenmengen ist ein Schlüssel zu Innovation und nachhaltigem Wachstum. Datenbasierte Innovationen können den Bürgerinnen und Bürgern wichtige und konkrete Vorteile bringen. Sie ermöglichen eine bessere Verkehrs- und umweltfreundliche Stadtplanung oder personalisierte Medizin. Und auch die Wirtschaft profitiert von Daten. Ihre Nutzung ermöglicht eine effizientere Energienutzung und vorausschauende Wartung.

Deshalb hat die EU Kommission im Februar 2020 die Europäische Datenstrategie verabschiedet. Diese soll einen europäischen Binnenmarkt für Daten etablieren. Die EU soll sich so zu einer der attraktivsten, sichersten und agilsten Datenwirtschaften im internationalen Vergleich entwickeln. Zentraler Baustein soll der Data Act sein, der derzeit im Europäischen Rat beraten wird. Im Fokus: Unkomplizierter Datenzugang, bessere Datennutzung gerechte Verteilung der Wertschöpfung aus Daten.

Umgang mit Daten erleichtern

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den innovativen und verantwortungsvollen Umgang mit Daten zu verbessern – in der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Zivilgesellschaft und der Verwaltung. Mehr als 240 Maßnahmen Datenbereitstellung und Datenzugang erhöhen, Datennutzung fördern, Datenkompetenz steigern und Deutschland zum Vorreiter für das Teilen von Daten machen. Die Gesellschaft soll die Chancen, die in Daten liegen, gewinnbringend nutzen können.

Die Datenpolitik der Bundesregierung wird diese Entwicklung in einem Dreiklang aus Verbesserung der Datenbereitstellung, Förderung datengetriebener Geschäftsmodelle und innovationsfreundlicher Regulierung weiterentwickeln.

Dateninfrastrukturen erweitern

Um die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft aktiv und nachhaltig zu gestalten, ist ein starker europäischer Daten-Binnenmarkt notwendig. Dafür gilt es, den Aufbau von Dateninfrastrukturen wie Datenplattformen und Datenräumen in einzelnen Sektoren voranzutreiben sowie die Datenverfügbarkeit und -nutzung auch sektorübergreifend zu erhöhen.

Rückgrat einer erfolgreichen digitalen Transformation und Basis für eine funktionierende Datenökonomie ist eine leistungsfähige digitale Infrastruktur, die auch den Erfordernissen der Interoperabilität Rechnung trägt. Hierzu zählen nicht nur flächendeckend verfügbare Breitbandnetze und der Ausbau des 5G-Netzes, sondern auch eine leistungsstarke Recheninfrastruktur zur Datenverarbeitung, -analyse und -speicherung. Eine hochleistungsfähige, nationale Recheninfrastruktur und die Verfügbarkeit ausreichender Rechenkapazitäten bieten den Nährboden für die Entwicklung digitaler Plattformen und europäischer Datenräume. Hier gilt es, auch den Energie- und Ressourcenverbrauch durch die IT im Blick zu behalten und alle Einspar- und Effizienzmöglichkeiten auszuschöpfen.

Datenschutz gewährleisten

Außerdem gilt es, für alle, die an der Entstehung von Daten mitgewirkt haben, den standardisierten und maschinenlesbaren Zugang zu Daten zu verbessern. Anonymisierungstechniken und verbindliche Standards sollen Sicherheit beim Schutz von Persönlichkeitsrechten schaffen. Auch Aspekte der Cyber- und IT-Sicherheit sind zu berücksichtigen.

Eine erfolgreiche Digital- und Datenpolitik – eingebettet in ein vernetztes, sicheres, offenes Datenökosystem nach dem Prinzip „Security by Design“ – ist entscheidend für die digitale Souveränität und Resilienz Deutschlands, für seine Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit.

Digital-Gipfel: Best Practices diskutieren

Der Digital-Gipfel mit seinem großen Netzwerk wird sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig der Frage widmen, wie die Datenökonomie als Treiberin des digitalen Wandels die Chancen der Digitalisierung erhöhen kann. Veranstaltungen, Exponate und Showcases sollen dazu inspirieren, die Welt mit Hilfe digitaler Technologien und datenbasierter Anwendungen effizienter und nachhaltiger zu gestalten.