Gruppenbild Preisträgerteams "Digitales Start-up des Jahres 2019"

© VDI/VDE Innovation + Technik / D. Gust

Heute hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) vier außergewöhnliche Gründerteams mit dem Preis „Digitales Start-up des Jahres 2019“ ausgezeichnet. Erstmals vergab das BMWi außerdem einen Publikumspreis. Prämiert wurden die Preisträger/innen auf der IFA in Berlin.

Die Preisträger erhalten zur Weiterentwicklung ihres Unternehmens Geldpreise in Höhe von insgesamt 100.000 Euro: 50.000 Euro für das erstplatzierte Team, 30.000 Euro für Platz zwei und je 10.000 Euro für den doppelt vergebenen dritten Platz. Der zusätzlich vergebene Publikumspreis ist ebenfalls mit 10.000 Euro dotiert.

„Die ausgezeichneten Start-ups repräsentieren die ganze Breite der deutschen Gründungslandschaft. Egal ob KI-gestützte Parkplatzsuche, innovative Lösungen für die Rechenzentren von morgen, intelligente Instandhaltung in der Industrie oder neue Wege im Kundenservice: Mit ihren wegweisenden Geschäftsideen tragen diese Start-ups dazu bei, Deutschland zu einem internationalen Leitmarkt als Anbieter für digitale Technologien zu transformieren. Ihr Erfolg ist nicht zuletzt auch ein Verdienst unserer Gründungsförderung und unserer Initiativen, mit denen wir das Potenzial der vielen klugen Köpfe hierzulande unterstützen“, erklärt Thomas Jarzombek, Digitalbeauftragter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Die vier Preisträger sind:

1. Platz: AIPARK GmbH

Das Braunschweiger Start-up AIPARK will Autofahrer/innen die Parkplatzsuche erleichtern. Das System von AIPARK kombiniert unterschiedliche Technologien auf Basis Künstlicher Intelligenz, die mit der Cloud eine dynamische Parkplatzkarte für Nutzer/innen erzeugen. Dafür werden anonymisierte Verkehrsdaten analysiert, die von Millionen vernetzten Fahrzeugen und Smartphones in Deutschland erfasst werden. AIPARK prognostiziert damit die Verfügbarkeit von Parkmöglichkeiten, auf der Straße oder im Parkhaus, und zeigt freiwerdende Stellplätze in Echtzeit an. Spezielle Sensoren werden dafür nicht benötigt. Der Parkplatz-Service kann von Autofahrer/innen auf beliebigen Plattformen, etwa im Infotainment-System des Fahrzeugs oder in einer Mobilitäts-App, verwendet werden.

www.aipark.io/

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2. Platz: Xelera Technologies GmbH

Kommerzielle Anwendungen im Bereich Big Data und Internet of Things sind zunehmend auf die Verfügbarkeit von Informationen in Echtzeit angewiesen. Um diese Informationen aus bestehenden Daten zu gewinnen, werden vermehrt rechenintensive Algorithmen in Datencentern und in der Cloud eingesetzt. Dabei ist die Rechengeschwindigkeit essentiell. Die “Xelera Suite” beschleunigt diese Software-Anwendungen, indem sie sie direkt auf programmierbaren Schaltkreisen (FPGA, „Field Programmable Gate Array“) oder Grafikprozessoren ausführt – statt, wie bisher, auf leistungsschwächeren Hauptprozessoren (CPUs). Die Xelera Suite entlastet damit den Prozessor von Routineprozessen und stellt auf diese Weise zusätzliche Rechenleistung unkompliziert und kostengünstig bereit. Berechnungen können deutlicher effizienter durchgeführt werden und es wird eine bis zu 80-fache Beschleunigung der Datenverarbeitung erreicht. Auch der Energieverbrauch der Server sinkt um ein Drittel. Xelera Technologies bietet somit Kunden, über alle Branchen hinweg, ein Instrument, das sie fit macht für größere und komplexe Datenmengen und für zunehmende Echtzeitanforderungen.

xelera.io/

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3. Platz: oculavis GmbH

Um Reisekosten zu senken und die Produktivität zu erhöhen, bietet oculavis SHARE die Lösung zur digitalen Transformation standortübergreifender Prozesse in der Instandhaltung, im Kundenservice oder bei Qualitätsaufgaben. Die Remote Service und Maintenance Lösung dient der weltweiten Vernetzung von Fachleuten und Techniker/innen mit mobilen Endgeräten wie Smart Glasses, Tablets und Smartphones sowie Technologien wie Augmented Reality und Internet-of-Things.
Mit oculavis SHARE werden insbesondere für den Maschinenbau digitale Geschäftsmodelle im Service möglich. Bei jedem Einsatz einer Maschine in der Produktion können bei Fehlern Probleme für den Endkunden auftreten, wie etwa ungeplante Ausfälle, Reparaturen oder Wartungen von Maschinen und Anlagen. Hier setzt die Lösung von oculavis, die durch einen schnellen Serviceeinsatz eine hohe Maschinenverfügbarkeit ermöglicht. Maschinenbauer erhalten damit nicht nur ein effizientes Fernwartungstool, sondern auch die Chance, digitale Geschäftsmodelle durch die Bereitstellung dieses Tools zu etablieren.

oculavis.de/

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3. Platz: i2x GmbH

i2x bietet eine automatisierte Kommunikationsanalyse und -training in Echtzeit auf Basis der eigens entwickelten Spracherkennungstechnologie für die deutsche und englische Sprache. Nutzer/innen können in Echtzeit komplexe Konversationen mit der Verwendung von künstlicher Intelligenz analysieren. i2x generiert dem/r Nutzer/in automatisch Trainingseinheiten, die auf die individuellen Entwicklungsfelder zugeschnitten sind, um Sales- und Servicegespräche zu optimieren. Damit ist i2x die erste Spracherkennungs- und Trainings-Technologie dieser Art weltweit. Mitarbeiter/innen und Selbstständige können mit der Spracherkennungstechnologie Telefonate transkribieren und Stimmen, Stimmungen und Sprachmuster der Gespräche, mit Hilfe von Machine Learning, auswerten lassen. i2x hilft Vertriebs- und Service-Mitarbeiter/innen dabei, ihre Konvertierungsrate zu verbessern, die Kundenzufriedenheit zu steigern und die Einarbeitungszeit zu verkürzen.

i2x.ai/de/

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Der erstmals ausgeschriebene Publikumspreis ging an das Start-up charly.education (PlusPeter). Vier Wochen lang stimmten insgesamt 6.380 Teilnehmer/innen über 22 Videobeiträge ab, die von Start-ups eingereicht wurden. Darin mussten die Jungunternehmen ihre Geschäftsidee und bisherige Erfolgsgeschichte in weniger als zwei Minuten möglichst publikumswirksam präsentieren.

Publikumspreis: charly.education (PlusPeter GmbH)

Das Start-up charly.education erleichtert mit der gleichnamigen Lernplattform Studierenden das Lernen: Auf charly.education können Lernunterlagen hochgeladen, digital bearbeitet und anschließend kostenlos ausgedruckt werden. Bleiben Begriffe unklar, können Studierende diese markieren und dazu passende Lernvideos abrufen oder die Begriffe bei Google Scholar beziehungsweise Wikipedia nachschlagen. Außerdem können Studierende Zusammenfassungen und Karteikarten erstellen, kostenlos drucken – und diese auch direkt über die eigens entwickelte App (für Android und iOS) lernen.

www.charly.education/

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Für den Preis „Digitales Start-up des Jahres“ können sich Jungunternehmen aus den Gründungsinitiativen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie bewerben. Neben dem „Gründerwettbewerb – Digitale Innovationen“ gehören dazu die Förderprogramme und Initiativen „EXIST – Existenzgründungen aus der Wissenschaft“, INVEST, der „German Accelerator“ und der High-Tech Gründerfonds. Eine der weiteren Teilnahmebedingungen: Die Gründerinnen und Gründer müssen in den vergangenen zwölf Monaten einen Mindestumsatz von 100.000 Euro erwirtschaftet haben.