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Das Online-Bürgerbeteiligungstooladhocracy+

Logo Adhocracy+

© Liquid Democracy e. V.

Ziel/Nutzen der Lösung

Das Projekt adhocracy+ verfolgt das Ziel, Beteiligung für möglichst viele Menschen einfacher und zugänglicher zu machen. Mit der frei nutzbaren Partizipationsplattform adhocracy+ können Kommunen, Organisationen, Institutionen oder Unternehmen Menschen digital an Entscheidungsprozessen beteiligen. Die digitale Bürgerbeteiligung auf kommunaler Ebene ermöglicht es, Transparenz in die politischen Entscheidungsprozesse zu bringen, fördert eine stärkere Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Kommune und stärkt das Vertrauen in die Demokratie und die Politik. Für die kommunale Verwaltung erleichtert es gleichzeitig die Dokumentation und die Auswertung von Bürgerbeteiligungsprozessen. Das Online-Beteiligungstool wird bereits von über 190 Organisationen eingesetzt.

Lösungsbeschreibung

Die Nutzung von adhocracy+ ist kostenfrei und ohne technische Kenntnisse möglich. Der gemeinnützige Verein Liquid Democracy e. V. finanziert die Weiterentwicklung und den Betrieb aus Spenden und optionalen Zusatzleistungen. Der gesamte Code von adhocracy+ ist öffentlich und kann eingesehen, verwendet und bearbeitet werden.
Zusätzlich bietet der Verein optionale Leistungen an, die die Organisationen und Kommunen dabei unterstützen, erfolgreiche Beteiligungsprojekte umzusetzen. Dazu zählen eine eigene URL, Schulungen, ein Supportpaket sowie eine Ersteinrichtung der Plattform für eine Kommune. Der Aufwand für die Kommune variiert stark mit der Größe des geplanten Projektes. So ist der Aufwand für kurzfristige Stimmungsbilder deutlich geringer als von crossmedialen Beteiligungsprozessen, die Online-Beteiligung mit Workshops kombinieren.
Die Erstellung eines eigenen Beteiligungsprozesses über adhocracy+ ist simpel. Sie erfordert weder technisches Vorwissen noch Programmierkenntnisse und ist somit für alle einfach umzusetzen. Die Plattform steht Organisationen als Software-as-a-Service (SaaS) zur Verfügung. Nach E-Mail-Anfrage bekommen Organisationen einen eigenen Bereich auf adhocracy+ und eine URL nach dem Muster https://adhocracy.plus/ihreorganisation zur Verfügung gestellt. Alternativ können sie auch als Zusatzleistung eine andere URL auswählen.
Für den Beteiligungsprozess stehen unterschiedliche Module zur Verfügung. Das Brainstorming ermöglicht es Teilnehmenden, ihre Ideen einzureichen und mit anderen zu diskutieren. In einem Ideenwettbewerb reichen Teilnehmende in der ersten Phase ihre Ideen ein und diskutieren sie mit anderen. In einer zweiten Phase werden die Ideen dann bewertet (dafür/dagegen). Beide Module gibt es auch mit einer zusätzlichen Verortung auf einer Karte. In einer Umfrage können Teilnehmende zwischen zuvor festgelegten Antworten auswählen. Geplant ist derzeit eine Weiterentwicklung des Umfragemoduls, wodurch dann auch offene Fragen und die Eingabe von Freitext ermöglicht werden soll. Die Teilnehmenden können im Modul Bürgerhaushalt eigene Vorschläge auf einer Karte eintragen und mit einem Budget versehen und die Ideen anderer diskutieren und bewerten (dafür/dagegen). Mit dem Debattenmodul führen Teilnehmende strukturierte Debatten. Dabei können die Beiträge eigenständig als Vorschlag, Anmerkung oder Frage gekennzeichnet werden. Außerdem sind mit adhocracy+ interaktive Veranstaltungen möglich. Die Teilnehmenden einer Veranstaltung stellen ihre Fragen live online und können die Fragen anderer Teilnehmenden unterstützen. Die Moderatoren und Moderatorinnen der Veranstaltung sortieren die Fragen anhand von Unterstützung und Zugehörigkeiten. Ein Live-Stream ermöglicht auch Externen die Teilnahme an der Veranstaltung. Darüber hinaus gibt es komplexe Beteiligungsprozesse, die aus mehr als einer Ideensammlung oder Umfrage bestehen. In der Administrationsoberfläche können komplexe Prozesse definiert werden, in denen dann die Beteiligungsmodule kombiniert und auch Vor-Ort-Veranstaltungen hinzugefügt werden können. Alle Beteiligungsprojekte können über einen kleinen Code-Schnipsel auch auf anderen Webseiten eingebunden werden. Dazu müssen die Internet-Redakteure und -Redakteurinnen einen HTML-Code in die Webseite kopieren, ähnlich wie beim Einbetten eines Youtube-Videos oder eines Tweets. In einem Fenster ist dann der Beteiligungsprozess für alle Besucher und Besucherinnen der Webseite verfügbar, ohne dass sie zuvor auf adhocracy+ wechseln müssen. Außerdem sind die Grundmodule der Plattform in fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Niederländisch, Russisch und Kirgisisch) verfügbar und kann von Nutzenden einfach gewechselt werden. Die Organisationen legen eine Sprache fest, auf der dann alle Mailings für die Teilnehmenden verschickt werden.
Die erste Version der Open-Source-Software adhocracy wurde von Friedrich Lindenberg und Martin Storbeck von 2009 bis 2011 zur Onlinebeteiligung von Organisationen und Institutionen entwickelt. Seit 2009 entwickelt der gemeinnützige Verein Liquid Democracy e.V. die Software adhocracy weiter und hat seitdem bereits mehrere Versionen der Software veröffentlicht. Im November 2019 wurde adhocracy+ als self-hosted Beteiligungsplattform gelauncht. Zwischen November 2019 und Mai 2021 haben bereits 30 Kommunen 54 kommunale Beteiligungsprojekte umgesetzt.
Die Kurzanleitung gibt Initiatoren und Initiatorinnen von Projekten einen Überblick über die Funktionen von adhocracy+ und außerdem Hilfen zu der Vorgehensweise in einem Projekt sowie Grundsätze für erfolgreiche Online-Beteiligungsprozesse. Um möglichst vielen Organisationen eine Einführung in digitale Demokratie und in die Nutzung von adhocracy+ zu geben, führt Liquid Democracy e. V. monatlich kostenfreie Workshops zu den Funktionalitäten der Plattform durch. Interessierte können sich auf der Projektseite um einen Workshopplatz bewerben. Es ist empfehlenswert, dass schon eine konkrete Idee besteht, für welchen Zweck die Plattform eingesetzt werden soll. Um nach dem Start von Online-Beteiligungsprojekten auf die Plattform aufmerksam zu machen, hat die Stadt Werder (Havel) neben lokalen Zeitungen und den eigenen Internetkanälen für einige Projekte auch Plakate ausgestattet mit einem QR-Code genutzt. Das eignet sich vor allem für Beteiligungsprozesse für einen bestimmten Ort in der Stadt, beispielsweise Ideen und Wünsche für den Stadtwald. Darüber hinaus ist es von Vorteil, mit größeren Projekten, die eine hohe Aufmerksamkeit in der Bevölkerung bekommen, zu starten, um so schon zu Beginn viele Nutzende für die Plattform zu gewinnen. Die Plattform wird außerdem konstant und gemeinsam mit den Nutzerorganisationen weiterentwickelt und verbessert. Die letzten Neuerungen sind ein Live-Stream im Modul "Interaktive Veranstaltung", wodurch auch Personen außerhalb von Veranstaltungen Fragen stellen und die Veranstaltung verfolgen können sowie die Mehrsprachigkeit der Plattform. Als Nächstes wird das Umfragemodul weiterentwickelt. Dazu wurde im Vorfeld ein Workshop mit interessierten Nutzerorganisationen durchgeführt und die Ideen aus dem Workshop in die geplanten Weiterentwicklungen aufgenommen.
Das kostenfreie Online-Beteiligungstool adhocracy+ ermöglicht allen Kommunen, unabhängig von der finanziellen Lage, Bürgerinnen und Bürger in die Entscheidungsfindung zu integrieren. So stärken die beteiligten Kommunen das Vertrauen der Menschen in die lokale Verwaltung, Politik und Demokratie. Die Plattform soll außerdem so barrierearm wie möglich gestaltet werden, um allen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen.
Über die Online-Plattform ermöglichen Kommunen auch den Bürger und Bürgerinnen die Beteiligung, die zuvor zum Beispiel durch Zeitmangel nicht an aufwendigeren Veranstaltungen und Workshops teilnehmen konnten. Des Weiteren vereinfacht adhocracy+ für die Kommunen die Dokumentation der Prozesse und folgend auch die Transparenz und Auswertung. Ein gesamtes Beteiligungsverfahren kann auf der Seite abgebildet werden und alle Kommentare, Ideen, Wünsche und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger sind offen einsehbar. Dabei ist die Online-Beteiligung auch gut mit Präsenzveranstaltungen und Workshops kombinierbar. Die Plattform eignet sich sowohl zur Vorbereitung auf die Workshops, indem zum Beispiel Stimmungsbilder abgefragt werden, als auch zur Nachbereitung, indem die Ergebnisse veröffentlicht werden und Kommentare und Anregungen eingeholt werden. Um die individuellen Beteiligungschancen aller Menschen zu verbessern, ist die Plattform einfach im Zugang. Die Registrierung benötigt lediglich eine E-Mail-Adresse und einen frei wählbaren Nutzernamen. Außerdem orientiert sich adhocracy+ an ergonomischen Standards zur Bedienbarkeit. Die Plattform ist responsiv und somit auf verschiedenen Bildschirmgrößen gut zu bedienen. Darüber hinaus entwickelt Liquid Democracy e. V. die Software kontinuierlich gemeinsam mit den nutzenden Organisationen weiter. Beispielsweise für die Entwicklung eines Umfragemoduls wurde im Vorfeld ein Workshop mit interessierten Nutzerorganisationen durchgeführt und die Ideen aus dem Workshop in die geplante Weiterentwicklung aufgenommen. Auch die nutzenden Bürgerinnen und Bürger können Wünsche und Anregungen für Weiterentwicklungen in das Projekt einbringen.
Die nutzenden Organisationen sind rechtlich für alle Inhalte ihres Bereichs verantwortlich und können entsprechend ein Impressum, eigene Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen für ihren Bereich auf adhocracy+ ausfüllen.
Der Open-Source-Ansatz bietet die für politische Prozesse notwendige Transparent und Nachvollziehbarkeit der Software. Der Code aller mit Adhocracy umgesetzten Projekte und der Kernbibliothek kann frei unter https://github.com/liqd heruntergeladen werden.

Kommunen

Das Projekt wird in folgenden Kommunen umgesetzt:

Arnsberg, Nordrhein-Westfalen

50.000 bis 100.000 Einwohner

Stadt

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Werder (Havel), Brandenburg

20.000 bis 50.000 Einwohner

Stadt

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Winsen (Luhe), Niedersachsen

20.000 bis 50.000 Einwohner

Stadt

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Lindau, Bayern

20.000 bis 50.000 Einwohner

Stadt

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Hamburg, Hamburg

über 500.000 Einwohner

Stadt

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Wandlitz, Brandenburg

20.000 bis 50.000 Einwohner

Stadt

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Angermünde, Brandenburg

bis 20.000 Einwohner

Stadt

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Puchheim, Bayern

20.000 bis 50.000 Einwohner

Stadt

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Panketal, Brandenburg

20.000 bis 50.000 Einwohner

Stadt

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Gettorf, Schleswig-Holstein

bis 20.000 Einwohner

Stadt

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Flintbek, Schleswig-Holstein

bis 20.000 Einwohner

Stadt

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Zeven, Niedersachsen

20.000 bis 50.000 Einwohner

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Zwischen November 2019 und August 2021 haben sich circa 190 verschiedenen Organisationen und Kommunen zur Online-Beteiligung auf adhocracy+ registriert und nutzen die Plattform für verschiedene Beteiligungsprojekte. Monatlich kommen mittlerweile ca. 10 Organisationen hinzu. Unter den nutzenden Organisationen sind sowohl Kommunen als auch Universitäten, Stadtplanungsbüros, Unternehmen, NGOs, Gewerkschaften, Parteien, Initiativen und Bewegungen, Politikerinnen und Politiker aus Wahlkreisen.

Durch die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger erhalten die teilnehmenden Kommunen wertvolle Informationen, die sie als Grundlage für die weitere Planung nutzen können. Das Tool ist eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, das Wissen sowie die Wünsche der Bevölkerung zu konkreten Projekten abzufragen und einzubinden. Bei anderen Beteiligungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Workshops, ist Zeitmangel für viele Bürgerinnen und Bürger ein Hindernis an der Beteiligung. Mit adhocracy+ bieten Kommunen dieser Bevölkerungsgruppe eine unkomplizierte und flexible Beteiligungsform an. Für die Kommunen ist die Plattform auch ein Hilfsmittel für die Dokumentation und Auswertung von Beteiligungsprozessen. So stärken die Kommunen das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Verwaltung und Politik.

Adhocracy+ ist eine Open-Source-Software. Das bedeutet, dass der gesamte Quellcode öffentlich einsehbar und auf GitHub veröffentlicht ist. Das Projekt ist offen für Ideen und Beiträge anderer und wird gemeinschaftlich mit Interessierten weiterentwickelt. Alle Weiterentwicklungen kommen allen Nutzenden gleichermaßen zugute.

Darüber hinaus veröffentlicht Liquid Democracy e. V. konkrete Projektbeispiele aus Kommunen, aber auch aus NGOs und Unternehmen auf der Projektseite.

Weiterführende Informationen