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BürgerWOLKE Soest

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Ziel/Nutzen der Lösung

Um sinnvolle Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung zu entwickeln, ist eine möglichst detaillierte Datenbasis erforderlich. Ziel des Projekts ist es, gemeinsam mit Soester Bürger*innen Daten zu erheben und so herauszufinden, wie sich der Klimawandel auf ihre Stadt auswirkt. Aus den gewonnenen Daten sollen bei Extremwetterlagen Hitzewarnungen heraus gegeben werden. Die Warnungen sollen in Apps des Deutschen Wetterdienstes und der Stadtwerke Soest einfließen und von dort aus herausgegeben werden.

Lösungsbeschreibung

Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms „Digitale Modellregion in NRW“ des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie (MWIDE) gefördert.
Die Stadt Soest ist eine Digitale Modellkommune: Das Förderprogramm „Digitale Modellregion in NRW“ des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie (MWIDE) hat zum Ziel, digitale Stadtentwicklung und eGovernment zu fördern. In Soest werden 25 Projekte umgesetzt - eines davon ist BürgerWOLKE.
In Soest werden 100 Sensorboxen verteilt, die verschiedene Klimadaten messen. Diese Daten stehen in Echtzeit online zur Verfügung, außerdem wird daraus ein Warnsystem für Extremwetterlagen entwickelt. Im Projekt wird zudem untersucht, ob die verwendeten Low-Cost-Sensoren geeignet sind, verwertbare Daten zu erheben.
Die Parameter, die mit den Sensoren aufgenommen werden sollen, sind Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, Beleuchtungsstärke, UV-Intensität, Luftdruck und an einigen Standorten auch Windrichtung und -stärke, Niederschlag, Globalstrahlung und Feinstaub. Über ein LoRaWAN -Netzwerk werden die Daten übertragen. Das Netzwerk wird im Rahmen des Projektes durch die Stadtwerke Soest ausgeweitet und gewartet. Die Messwerte werden in einem ersten Schritt durch den Deutschen Wetterdienst (DWD) und das Fraunhofer IOSB-INA geprüft und plausibilisiert, bevor sie online in einer interaktiven Karte zur Verfügung stehen. In die Karte gehen noch Daten weiterer Quellen ein, bspw. Luftbilder und weitere stadtklimatologisch relevante Daten.
Die Daten ermöglichen es, bei Extremwetterlagen Hitzewarnungen herauszugeben. Dazu wird die gefühlte Temperatur nach dem Klimamichel-Modell des DWD abgeleitet. Zudem sollen die Sensordaten in Stadtklimamodellberechnungen des vom DWD entwickelten Klimamodells PALM4U eingehen.
Die Hälfte der Sensoren wird auf privaten Grundstücken installiert, die anderen andere Hälfte auf öffentlichen Flächen. Die Messwerte stehen in einer digitalen Übersicht inklusive einer interaktiven Karte zur Verfügung.
Die Sensorboxen sind für die Bürger*innen kostenlos. Aufgabe der teilnehmenden Bürger*innen ist es, den Sensor zu betreuen – also ihn alle 14 Tage von möglichem Schmutz zu befreien und regelmäßig zu prüfen, ob er noch einwandfrei funktioniert. Alle teilnehmenden Bürger*innen haben jederzeit Zugang zu ihren eigenen Messdaten und können diese auch mit den Messdaten anderer Teilnehmer*innen und den Daten vergleichen, die auf öffentlichen Grundstücken erfasst werden. Alle Messdaten stehen jeder Zeit der Öffentlichkeit zum Download zur Verfügung.
Das Projekt bietet die Möglichkeit, sich aktiv am Klimaschutz zu beteiligen und Erfahrungen als Bürgerwissenschaftler* zu erlangen. Die im Projekt entstehenden offen zugänglichen und dokumentierten Inhalte bieten zudem eine gute Grundlage für weitere Projekte, bspw. im Schulunterricht.

Kommunen

Das Projekt wird in folgenden Kommunen umgesetzt:

Soest, Nordrhein-Westfalen

20.000 bis 50.000 Einwohner

Stadt

Auf der Karte anzeigen

Im Ergebnis entsteht eine interaktive Karte mit Klimadaten für Soest. Außerdem wird aus den erfassten Daten ein Warnsystem für Extremwetterlagen entwickelt.

Um sinnvolle Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung zu entwickeln, ist eine möglichst detaillierte Datenbasis erforderlich. Mit dem Projekt BürgerWOLKE werden in Soest die erforderlichen Daten unter Mitwirkung interessierter Bürger*innen erhoben. Das im Projekt erstellte Klimamodell kann zusammen mit dem bereits vorhandenen Gelände- und Gebäudemodell der Stadt genutzt werden, um die Auswirkungen von Bauvorhaben auf das lokale Klima zu simulieren. Dadurch können aufwändige Gutachten vermieden werden.

Ein Ergebnis des Projektes soll ein Leitfaden für Kommunen sein, die ebenfalls ein derartiges stadtklimatologisches Mess- und Monitoringsystem auf Basis von Low-Cost-Sensoren aufbauen möchten. Dieser enthält Empfehlungen zur Auswahl der Sensoren und zur Verteilung der Messpunkte im Stadtgebiet. Das im Projekt ausgebaute LoRaWAN-Netzwerk sowie die erfassten Daten stehen auch nach Projektende weiter zur Verfügung.

Die erfassten Daten stehen auf einer interaktiven Karte für alle Interessierten zur Verfügung. Außerdem werden die Daten auch in die "Open Sense Map", eine frei nutzbare Karte mit Umweltdaten, übertragen. Das LoRaWAN-Netzwerk soll nach Projektende weiter betrieben werden. Es bietet die Infrastruktur für eine Vielzahl weiterer digitaler Anwendungen.

Beteiligte Partner*innen

Weiterführende Informationen