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Digital für Alle

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Ziel/Nutzen der Lösung

Das Projekt Digital für Alle strebt die Inklusion aller Menschen in der digitalen Welt an. Hierfür geht es der Frage nach, wie auch den Bürgerinnen und Bürgern mit geringer Medienkompetenz der Zugang erleichtert werden kann. Dazu wurden in dem Projekt Handbücher zu den Themen Smartphone und Internet in einfacher Sprache veröffentlicht, es wird ein barrierefreier Veranstaltungskalender erstellt und eine analoge Beratung unterstützt Menschen mit Beeinträchtigungen individuell. Außerdem werden die Mitarbeitenden in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in Workshops geschult.

Lösungsbeschreibung

Das Projekt wird von der Digitalstadt Darmstadt GmbH gefördert.
Der Veranstaltungskalender auf der Internetseite der Digitalstadt Darmstadt wird in dem Projekt barrierefrei gestaltet. Barrierefreiheit beinhaltet neben einer einfachen Sprache auch eine erläuternde Bebilderung, Vorlesefunktion und Möglichkeiten Kontraste, Schriftart und Schriftgröße zu verändern.
Digital für Alle führt außerdem Workshops für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung durch. Zu Beginn des Projektes fanden diese im öffentlichen Raum mit öffentlichem WLAN statt. In der Corona-Pandemie wurde eine Online-Veranstaltungsreihe namens "Einfach mal Quatschen" im 14-Tages-Rhythmus durchgeführt. So hat die Zielgruppe einerseits digitale Medienkompetenz gewonnen und gleichzeitig wurde der Kontakt während der Pandemie gewährleistet. Außerdem wurden in einer elfteiligen Web-Seminar-Reihe Mitarbeitende in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen geschult. Die Themen der Seminare reichten von Grundlagen der Medienbildung bis zu komplexen Techniken wie interaktive Bilder und Erklärvideos zu gestalten oder Legetrickvideos zu erstellen.
Digital für alle ist durch die Initiative der Koordinierungsstelle inklusiver Projekte entstanden und Teil des Aktionsplans auf dem Weg zur inklusiven Stadt. In Zusammenarbeit mit Studierenden der Evangelischen Hochschule Darmstadt wurden Ende 2019 Umfragen zu den Anforderungen an einen barrierearmen Veranstaltungskalender durchgeführt und anhand der Ergebnisse eine Handlungsempfehlung veröffentlicht. Auf Grundlage dieser Empfehlung wird der Veranstaltungskalender der Stadt Darmstadt zukünftig überarbeitet.
Anfang 2021 wurde eine elfteilige Web-Seminar-Reihe für Mitarbeitende in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung angeboten. Diese Seminare werden in Kooperation mit dem Büro für Medienbildung gGmbH durchgeführt. Langfristig sind weitere Workshops und Anpassungen des Angebots an die Bedarfe in Planungen. Zu Beginn des Projektes im Jahr 2019 wurden die Workshops präsent veranstaltet, aber aufgrund der Corona-Pandemie schließlich online durchgeführt. Ein Team der TU Darmstadt hat außerdem mit Unterstützung der Digitalstadt Darmstadt wissenswertes zu COVID-19 in Wort und Bild leicht verständlich dargestellt.
Das Ziel des Projektes ist es, die Barrieren der digitalen Welt für Menschen mit Beeinträchtigungen zu senken. Hierfür wird eine individuelle Beratung in Workshops vor Ort angeboten. Die daraus gewonnenen Erfahrungen wurden dann in die Ausarbeitung von Leitfäden, Handbüchern in Einfacher Sprache sowie einem barrierearmen Veranstaltungskalender integriert. Dadurch wurde die Zielgruppe selbst in den Prozess miteingebunden. Dieser Personenkreis weiß am besten, welche Bedarfe vorhanden sind.
Durch die Einbindung der verschiedenen Akteure profitieren neben den Workshopteilnehmenden auch die Studierenden von dem Feedback der Teilnehmenden und die Stadt, die die Ergebnisse in weitere Projekte aufnehmen wird. Der barrierearme Veranstaltungskalender ermöglicht neben der digitalen Teilhabe auch eine kulturelle Teilhabe und eine offene Informationskultur. Um bei der Digitalisierung berücksichtigt zu werden, benötigen Menschen mit Behinderung im Alltag immer häufiger Assistenz für digitale Themen. Durch die Schulung von Mitarbeitenden in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung wird ein Wandel in der sozialen Arbeit angestoßen.
Das Projekt leistet einen Beitrag zu der Erfüllung des Artikels 9 Absatz 2 der UN-Behindertenrechtskonvention. Dieser fordert, dass die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen treffen, um den Zugang von Menschen mit Behinderungen zu den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und dem Internet zu fördern.
Außerdem treibt Digital für alle die Umsetzung der Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung - BITV 2.0) sowie der Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.0) voran. Die WCAG 2.0 erklären wie Webinhalte für Menschen mit Behinderungen zugänglich gemacht werden können.

Kommunen

Das Projekt wird in folgenden Kommunen umgesetzt:

Darmstadt, Hessen

100.000 bis 500.000 Einwohner

Stadt

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Die Corona-Pandemie hat die Notwendigkeit der digitalen Teilhabe von allen Menschen gezeigt. Das Projekt Digital für Alle eröffnet Erwachsenen mit Lernschwierigkeiten und Menschen mit Behinderungen den Zugang zur digitalen Welt. Über Workshops werden sie individuell und nach ihrem Interesse an die Thematik herangeführt. Der Veranstaltungskalender in Leichter Sprache schafft daneben auch die Möglichkeit zur kulturellen Teilhabe. Die erste Auflage der Handbücher in einfacher Sprache mit 2.000 Exemplaren war innerhalb weniger Wochen vergriffen.

Das große Interesse zeigt den Bedarf und die Wichtigkeit einer digitalen Teilhabe von allen Menschen. Neben der Hauptzielgruppe haben auch viele Seniorinnen und Senioren Interesse an den Handbüchern gezeigt. Zudem werden Sie für gering alphabetisierte Menschen und Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund in Grundbildungsangeboten verwendet. Das Projekt legt viel Wert auf den gegenseitigen Austausch. So prüften im Rahmen des Workshop-Angebots beispielsweise Menschen mit geistiger Beeinträchtigung die von Studierenden entworfenen Texte auf Verständlichkeit. Grafische Darstellungen für die Handbücher wurden ebenfalls von den Expertinnen und Experten in eigener Sache geprüft und freigegeben. So generiert das Projekt neues Fachwissen für eine barrierefreie Medienpräsenz und teilt es in verschiedenen Formaten. Das Grundprinzip lautet "Nichts über uns ohne uns".

Die Handbücher zu den Themen Smartphone und Internet sind auf der Projektseite der Digitalstadt Darmstadt veröffentlicht. Einrichtungen der sogenannten Behindertenhilfe oder auch andere Institutionen, die eine größere Menge dieser Handbücher benötigen, können diese bestellen. Auch die Handlungsempfehlungen für einen barrierefreien Veranstaltungskalender sind auf der Projektseite veröffentlicht. Außerdem wurde zum Digitaltag 2020 ein Podcast veröffentlicht und zum Digitaltag 2021 wurden drei Erklärvideos in einfacher Sprache zu den Themen "Was ist WLAN?", "Was ist eine Suchmaschine?" und "Was ist ein Messenger?" veröffentlicht.

Die Erkenntnisse aus diesem Projekt fließen außerdem in andere Digitalisierungsprojekte Darmstadts mit ein, wie beispielsweise in das Mobile Stadtlabor. Hier wurde in Kooperation verschiedenster Akteurinnen und Akteure ein Lastenrad ausgestattet, welches mit einer Digitalisierungserklärerin Darmstädter Bürgerinnen und Bürger sowie Einrichtungen anfährt, um Menschen zu erreichen und bei Ihren Schritten ins Digitale zu begleiten.

Beteiligte Partner*innen

Weiterführende Informationen