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DiNeNa – Digitales Netzwerk Nahversorgung im Landkreis Harz

Projektlogo DiNeNa

© HS Harz

Ziel/Nutzen der Lösung

Im Projekt Digitales Netzwerk Nahversorgung im Landkreis Harz (DiNeNa) erarbeitet die Hochschule Harz zusammen mit Gemeinden, Anbietern und Bürgerinnen und Bürgern digitale Lösungen für die Nahversorgung im ländlichen Raum. Das Projekt entwickelt und erprobt einen regionalen Online-Marktplatz für den Landkreis Harz mit Fokus auf den Gemeinden Huy und Osterwieck. Auf einer gemeinsamen Plattform können Erzeuger und Händler ihre Waren anbieten und präsentieren. Bürgerinnen und Bürger bekommen durch den gemeinschaftlichen Auftritt einen Überblick über die Vielfalt der regionalen Produkte und können die Produkte über ein regionales Click & Collect-System erwerben.

Lösungsbeschreibung

DiNeNa wird im Rahmen der Fördermaßnahme Land.Digital vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit 140.000 Euro gefördert. Der Landkreis Harz und die Hochschule Harz leisten noch einen Eigenanteil, sodass sich ein Gesamtprojektvolumen von 180.000 Euro ergibt.
In dem Projekt wird sowohl ein gemeinsamer Online-Marktplatz für die kleinen Anbieter im ländlichen Raum als auch eigene Online-Shops für Dorfläden entwickelt. Dazu werden vorhandene Systeme wie Wordpress genutzt und durch vorhandene sowie selbst entwickelte Plug-ins an die Bedarfe und Anforderungen der Anbieter angepasst.
Kundinnen und Kunden können in dem Online-Marktplatz Reservierungen aufgeben und die Ware über ein Click & Collect-System abholen. Hierfür sind langfristig auch zentrale Abholstellen in den einzelnen Ortschaften in Planung, für die noch ein intelligentes Konzept für die Mikro-Logistik entwickelt wird. Ein entsprechendes Tool für die optimale Routenplanung ist bereits entwickelt und im derzeitigen Prototyp implementiert worden. Für eine unkomplizierte Abholung sollen schließlich noch QR-Codes getestet werden.
Nach einer Bedarfsanalyse und Anbieterakquise begann das Projektteam im Jahr 2020 zusammen mit der Schauener Landfleischerei GmbH und der Biogemüse Ilsetal GmbH aus der Gemeinde Osterwieck mit der Entwicklung des Online-Marktplatzes. Während der Projektlaufzeit werden auch weiterhin Akteure, Gemeinden, Händler und Erzeuger aufgenommen. Alle Anbieter erhalten einen kostenfreien Zugang zum Marktplatz und können, betreut durch das Projektteam, die Möglichkeiten austesten und an seiner Ausgestaltung mitwirken.
Die ersten Projektschritte bestanden aus der Partnerakquise und Bedarfsanalyse. So wurden systematisch die Ziele und Interessen der verschiedenen Gruppen ermittelt. Beispielsweise fanden Austauschtreffen mit kommunalen Vertreterinnen und Vertretern statt und während eines Dorffestes wurde eine qualitative Befragung der Kundinnen und Kunden durchgeführt. Bei jedem neu dazukommenden Partner werden erneut die Bedarfe ermittelt. An dem Projekt beteiligen sich zwei Dorfläden, die Interesse an dem Aufbau eigener Online-Shops haben. Außerdem sind zwei Produzenten an der Entwicklung eines gesammelten Online-Marktplatzes für viele kleine einzelne Anbieter interessiert. Weitere Anbieter, die Interesse sowohl an eigenen Online-Shops als auch an der Beteiligung an der gemeinsamen Plattform haben, haben sich bereits angemeldet. Der nächste Schritt ist die Anforderungsanalyse und Entwicklung der Software für die Online-Angebote. Währenddessen werden die Prozesse im Hintergrund getestet und verbessert, um beispielsweise die Reservierungsfunktion effizient zu gestalten. Im vierten Schritt wird es Testkäufe mit Kundinnen und Kunden geben, um die entwickelten Systeme unter realen Bedingungen zu erproben. Schließlich werden die Marktplätze veröffentlicht und die Ergebnisse und Lösungen verstetigt. Die entwickelten Online-Shops für einzelne Dorfläden werden zur Fortführung an diese übergeben. Hingegen entwickelt das Team für den gesammelten Online-Marktplatz ein geeignetes Geschäftsmodell und prüft dafür verschiedene Optionen. Insbesondere für die Fortführung der Ergebnisse nach Projektende ist die Vernetzung mit weiteren lokalen Initiativen für eine starke Nahversorgung in ländlichen Regionen besonders wichtig.
Das Ziel des Projektes ist es, durch die Stärkung der Nahversorgung und der Nahversorger das Leben in ländlichen Regionen attraktiver zu machen. Um das zu erreichen, sind die Kooperation und der Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren entscheidend. Das Projekt DiNeNa hat Gemeinden, Landkreise, Händler, Erzeuger und Bürgerinnen und Bürger zusammengebracht und die verschiedenen Bedarfe ermittelt, um für alle einen Mehrwert zu bieten.
DiNeNa unterstützt sowohl Erzeuger durch einen gemeinsamen Online-Marktplatz als auch Dorfläden bei der Entwicklung eines einzelnen Online-Shops. Händler und Erzeuger erreichen durch die digitalen Lösungen eine breitere Masse und erschließen neue Zielgruppen. Dadurch ergibt sich eine verbesserte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sowie eine langfristige Sicherung des Angebots. Auf der anderen Seite profitieren die Bürgerinnen und Bürger von einer Erweiterung des Angebots und einer verbesserten ländlichen Nahversorgung. Kommunen bekommen die Möglichkeit, durch die verbesserte Nahversorgung einer alternden und schrumpfen Bevölkerungsstruktur entgegenzuwirken.
Das Projekt befasst sich auch mit den rechtlichen Aspekten eines Online-Marktplatzes. Zum einen gibt es besondere rechtliche Aspekte bei dem Verkauf von Lebensmitteln zu beachten und zum anderen müssen technische Fragen bei der Abwicklung der Kaufverträge über einen gemeinsamen Online-Marktplatz geklärt werden.

Kommunen

Das Projekt wird in folgenden Kommunen umgesetzt:

Huy, Sachsen-Anhalt

bis 20.000 Einwohner

Land

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Osterwieck, Sachsen-Anhalt

bis 20.000 Einwohner

Land

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Mithilfe digitaler Lösungen trägt das Projekt DiNeNa zu einer Verbesserung der ländlichen Nahversorgung bei. Eine funktionierende Nahversorgungsstruktur ist ein elementarer Bestandteil der Daseinsvorsorge und eines attraktiven Wohnortes. Dadurch unterstützt das Projekt auch Kommunen dabei, den Herausforderungen in ländlichen Regionen wie einer sinkenden und alternden Bevölkerung entgegenzutreten.

Erzeuger und Händler profitieren von den Online-Marktplätzen durch eine Erweiterung der Zielgruppe und verbesserte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Bürgerinnen und Bürger bekommen durch den gemeinschaftlichen Marktplatz einen Überblick über die regionalen Lebensmittel, wodurch ihnen ein nachhaltiger und regionaler Konsum erleichtert wird.

Das Projektteam sucht weiterhin nach Anbietern und Unternehmen, die sich an dem Projekt beteiligen wollen. Langfristig entwickeln und prüfen sie Geschäftsmodelle, durch die der Online-Marktplatz verstetigt werden soll. Darüber hinaus ist es geplant, die Projektergebnissen nach Abschluss Dritten zur Verfügung zu stellen und zu veröffentlichen.

Beteiligte Partner*innen