Navigation

Freiwilliges Luftqualitätsmonitoring der Stadt Neckarsulm

Stadt Neckarsulm Logo

© Stadt Neckarsulm

Ziel/Nutzen der Lösung

Ziel des Projekts ist, dass sich die Stadt und die Bürger*innen ein Bild über die aktuelle Luftschadstoffbelastung machen können. Auch kann dadurch erörtert werden, wie sich das Stadtklima in bestimmten Situationen verhält und welcher Einfluss der täglich hohe Pendlerverkehr sowie die Baustelle durch den Ausbau der BAB6 auf die Luftqualität der Stadt hat. Ziel ist es zudem, bei ermittelten Überschreitungen der Grenzwerte, einen formalen Luftreinhalteplan bei den zuständigen Landesbehörden zu beantragen.

Lösungsbeschreibung

Für die Finanzierung des Projekts wurden 55.000 Euro zur Verfügung gestellt. Zunächst sollte über einen Zeitraum von einem Jahr gemessen werden, um anschließend zu überprüfen, ob eine weitere Messung sinnvoll ist.
Es wurden Angebote für einen 5-Jahreszeitraum eingeholt und miteinander verglichen. Die Kosten für 10 Sensoren verschiedener Anbieter lagen zwischen 50.000 Euro und 90.000 Euro. Neben den Luftqualitätsparametern, spielten ausreichende technische Konnektivität sowie eine Programmierschnittstelle (API) zur Integration und Dokumentation der Daten in die städtische Geoinfrastruktur (GDI) eine wichtige Rolle bei der Auswahl des Anbieters.
Die Stadt Neckarsulm hat 10 Luftsensoren der Firma Breeze Technologies angemietet. Diese messen verschiedene Luftqualitätsparameter.
Die zehn Luftsensoren der Firma Breeze Technologies messen verschiedene Parameter der Luftqualität. Dazu gehören neben Temperatur und Luftfeuchtigkeit auch Feinstaub (PM10 und PM10), Stickstoffdioxid (NO2), Stickstoffoxid (NO), Ozon (O3), Kohlenmonoxid (CO) und Ammoniak (NH3) Die Daten werden in Echtzeit gesammelt mit einem Messintervall von 30 Sekunden. Über eine Cloud werden die gesammelten Daten zur Verfügung gestellt.
Der Prozess läuft so ab: Bedarfsermittlung Sensorenanzahl, Angebotseinholung Anbieter, Auftragsvergabe, Festlegung der Standorte, Montage Sensoren durch Bauhof, Kalibrierung der Sensoren durch Breeze, Implementierung Daten in Bürgerportal, Messung über ein Jahr, Analyse Messdaten und Maßnahmen ableiten.
Nach Beschluss der Durchführung des Projekts wurde ermittelt, wie viele Sensoren für ein aussagekräftiges Luftqualitätsmonitoring benötigt werden. Anschließend wurden verschiedene Anbieter ermittelt und Angebote von diesen eingeholt. Nach Auftragsvergabe wurden im Jahr 2019 sukzessive die zehn Sensoren durch den städtischen Bauhof montiert. Die Kalibrierung der Sensoren und Implementierung der Daten auf dem Bürgerportal erfolgte durch den Anbieter.
Die Stadt Neckarsulm möchte ihrer Verantwortung in Bezug auf Luftqualität und Klimawandel gerecht werden.
Luftbelastungen durch Verkehr, Industrie sowie Baustellen sind im Landkreis Heilbronn erhöht. Auch auf der Gemarkung Neckarsulm werden Grenzwertüberschreitungen vermutet. Um gezielt Maßnahmen zur Luftreinhaltung ergreifen zu können, bedarf es jedoch solider Analysen, die Rückschlüsse über die Einhaltung der Grenzwerte und der allgemeinen Luftqualität geben.
Die 39. BImSchV gibt konkrete Grenzwerte für Jahres- bzw. Tagesmittelwerte verschiedener Luftschadstoffe wie Feinstaub und Stickoxide vor. Werden die Grenzwerte zu häufig überschritten, müssen Maßnahmen zum Schutz der menschlichen Gesundheit sowie der Vegetation ergriffen werden.
Die Stadt Neckarsulm erwägt, formale Messungen seitens des Landes zu beantragen. Hierfür muss zunächst eine Datengrundlage geschaffen werden, die aufzeigt, dass es in der Gemarkung regelmäßig zu Grenzwertüberschreitungen kommt. Da die Stadt Neckarsulm in der Vergangenheit bei orientierenden Messungen des Landes besser abgeschnitten hat als andere belastete Orte, konnten bisher keine formalen Messungen beantragt werden. Dies soll mit dem freiwilligen Luftmessnetz geändert werden.

Kommunen

Das Projekt wird in folgenden Kommunen umgesetzt:

Neckarsulm, Baden-Württemberg

20.000 bis 50.000 Einwohner

Stadt und Land

Auf der Karte anzeigen

Neben der Möglichkeit der Beobachtung der Luftwerte können die Daten auch genutzt werden, um formale Instrumente der Luftreinhaltung zu initiieren.

Die Ergebnisse der Messungen sollen helfen, ein Klima- bzw. Luft-Modell für die Stadt zu entwickeln, welches der Luftreinhaltung sowie zur Verminderung des Klimawandels dienen soll. Luftschadstoffe erhöhen nachweislich die Sterblichkeitsrate und Krankheitshäufigkeit, indem sie die Lunge und das Herz-Kreislauf-System schwächen. Auch auf die Vegetation können sich Luftschadstoffe negativ auswirken, indem sie bspw. das Wachstum von Pflanzen beeinträchtigen. Nicht zuletzt soll damit das Luftmessnetz dazu dienen, konkrete Maßnahmen zur Luftreinhaltung herbeizuführen und das Wohl der Menschen und der Umwelt zu fördern.

Erfahrungsbericht wird veröffentlicht. Die Messergebnisse werden in monatlichen Intervallen zur Verfügung gestellt.

Beteiligte Partner*innen