Navigation

Zukunftskommune Eselsberg

Eselsberg Luftbild

© Stadtarchiv Ulm

Ziel/Nutzen der Lösung

Die Zukunftskommune Eselsberg ist ein Stadtlabor, in dem smarte Lösungen für nachhaltigere Mobilität, Energieeffizienz, Umweltschutz, barrierefreien Handel und gesteigerte Lebensqualität entwickelt werden. Eine offene und zentrale Daten- und Dienstplattform wird dafür als Basisinfrastruktur aufgebaut. Diese Infrastruktur ermöglicht es der Stadtverwaltung und weiteren Akteuren, Daten abzurufen und darauf basierend Prozesse zu optimieren.

Lösungsbeschreibung

Das Projekt wird im Zuge des Landesförderprojektes Zukunftskommune@bw vom Land Baden-Württemberg gefördert.
Die durch die Teilprojekte generierten Daten werden über das LoRaWAN-Funknetz übermittelt. Sie sind langfristig auf der städtischen Datenplattform einsehbar.
Beispielsweise messen Feuchtsensoren den Feuchtegehalt in Hochbeeten. Sie sind mit der Online-Plattform verknüpft. Darüber wird ein automatisches und bedarfsgerechtes Bewässern ermöglicht. Weitere Messdaten zur Luftqualität wie Ozon, Stickoxid, Feinstaub, Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit werden über das LoRaWAN-Funknetz übertragen. Das LoRaWAN-Funknetz zeichnet sich insbesondere durch seine große Reichweite und den niedrigen Energieverbrauch aus. Via Schnittstellen (API) werden die erhobenen Daten auf die Ulmer Datenplattform übertragen. Sie sind öffentlich verfügbar. Dabei stellt das LoRaWAN-Funknetz die erste städtische Basisinfrastruktur für IoT-Daten in Ulm dar.
Das Projekt ist durch Initiative der Bürgerinnen und Bürger entstanden. Im Frühjahr 2019 haben sie im Zuge einer Bürgerbeteiligung die Projektidee eingereicht. Im November 2019 entschied der Gemeinderat die Realisierung des Projekts. Ein Jahr später wurden die Sensoren verbaut und kalibriert. Zudem wurde eine erste Echtzeitdatenlieferung von Umweltdaten an die Ulmer Datenplattform übermittelt.
Mithilfe eines Bürgerbeteiligungsprozesses wurden 59 Smart-City-Ideen gesammelt. Zwölf mögliche Umsetzungsprojekte wurden dem Gemeinderat vorgelegt und in vier Handlungsfelder gegliedert. Projekte aus den vier Handlungsfeldern Mobilität, Energie und Umwelt, Leben im Quartier und Handel werden derzeitig umgesetzt. Im Handlungsfeld Mobilität wird ermittelt, wie Mobilitätsangebote an einer Mobilitätsstation am besten gestaltet werden, damit Eselsbergerinnen und Eselsberger öfter auf das eigene Auto verzichten. Dazu sind Maßnahmen in Planung wie eine Mobilitätsstation mit Car- und Bikesharing-Angeboten sowie Lastenrädern und E-Ladesäulen. Im Thema Energie und Umwelt befasst sich das Projekt mit Fragen rund um Photovoltaikangebote zur Stromerzeugung durch Sonneneinstrahlung für Mietpersonen. Darüber hinaus wird eine Datenmessung der Umweltsituation implementiert. Dazu werden beispielsweise Messungen von Luftqualität, Klimadaten und Urban Gardening mit Sensoren umgesetzt. Das Handlungsfeld Handel geht der Frage nach, ob und wie man mobil und zeitlich eingeschränkten Personen einen Lieferdienst für Wochenmarktprodukte bereitstellen kann. Währenddessen beschäftigt sich die Thematik Leben im Quartier mit der Förderung von bürgerschaftlichem Engagement durch digitale Beteiligung. Hierbei kommen Informationsbildschirme in der Quartierszentrale, Umfrageposter oder die digitale Ehrenamtsbörse zum Einsatz. Die Projekte sind vollständig umgesetzt oder befinden sich noch in der Umsetzungsphase. Erste Daten aus den Projekten werden bereits an die Ulmer Datenplattform übermittelt. In Planung ist das automatisierte Bereitstellen von Daten der städtischen Bäume aus dem Grünflächenkataster als Open Data. Darüber hinaus ist eine Schnittstelle mit dem Veranstaltungskalender der Stadt Ulm in Planung, wodurch relevante Veranstaltungen für das Projektgebiet automatisch übernommen werden.
Die lokale Bevölkerung von Eselsberg wird aktiv am Prozess zur Smart City beteiligt. Sie erhält die Möglichkeit, ihre Ideen über verschiedene Beteiligungsformate einzubringen und Smart-City-Lösungen gemeinsam mit Mitarbeitenden der Stadt umzusetzen. Dadurch können Bürgerinnen und Bürger die Zukunft ihrer Kommune mitgestalten.
Die Stadt lernt von den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner. Sie setzen sich verstärkt mit digitalen und innovativen Themen auseinander. Dies stärkt die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung und vertieft ihre Kenntnisse im Umgang mit Smart-City-Lösungen.

Kommunen

Das Projekt wird in folgenden Kommunen umgesetzt:

Ulm, Baden-Württemberg

100.000 bis 500.000 Einwohner

Stadt

Auf der Karte anzeigen

Durch das Projekt wird den Menschen der Nutzen der Digitalisierung im direkten Lebensumfeld, im eigenen Quartier, aufgezeigt. Dadurch erweitert die Bewohnerschaft ihre Akzeptanz und Kenntnisse in Bezug auf Smart-City-Anwendungen.

Gleichzeitig entsteht eine städtische Datenplattform, über die Daten und Dienste zu verschiedensten Themenbereichen gebündelt angeboten und weitergenutzt werden können. Darauf basierend ist es möglich, Stadtentwicklungsentscheidungen zu fällen. Zudem bietet der Ausbau des LoRaWAN-Funknetzes die Grundlage für den Ausbau weiterer Smart-City-Anwendungen. Die Zukunftskommune Eselsberg übernimmt hier eine wichtige Vorreiterrolle für andere Quartiere in Ulm.

Sowohl die Datenplattform als auch die Lösungen der einzelnen Umsetzungsprojekte stehen nach Ende der Projektlaufzeit der Öffentlichkeit zur Verfügung. Dadurch steht die Nutzung der Daten bspw. auch Forschenden und wissenschaftlichen Instituten frei.

Beteiligte Partner*innen

Weiterführende Informationen