Illustration zeigt junges Mädchen und älteren Mann beim Lernen mit digitalen Medien; Quelle: BMWi / Herr Müller

© BMWi / Herr Müller

Wer heute zur Schule geht, hat möglicherweise von seinem künftigen Job noch nie etwas gehört. Schon in fünf Jahren wird es Berufe geben, deren Namen wir heute noch nicht einmal kennen. Umso wichtiger werden Kompetenzen, die für ein erfolgreiches Leben in einer digitalen Welt nötig sind. Umgang mit Social-Media-Plattformen, mit Video- und Design-Programmen, die Produktion digitaler Inhalte, Netzwerk-Entwicklung, Big-Data-Analysen bis hin zu Software-Programmierung und Kenntnissen in der Robotik: Das sind Fähigkeiten, die immer wichtiger werden, um auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft bestehen zu können. Die Grundsteine dafür können schon spielerisch im Kindergarten gelegt, in der Schule gefestigt und später als fundierte Kenntnisse und spezielle Kompetenzen in Ausbildung, Weiterbildung und „on-the-Job“-Training intensiviert werden.

Infografik: Fotokopie statt E-Book-Reader. Digitale Medien werden offenbar bislang nur selten im Schulunterricht benutzt. Laut einer Befragung von Schülern kommt die Kopie fast täglich zum Einsatz, ein Tablet sehr selten – und das E-Book gar nicht.

© BMWi

Lernen für und durch Digitalisierung

Lebenslanges Lernen ist durch die Digitalisierung für alle Bevölkerungsschichten möglich – und unverzichtbar. Aber es erfordert neue Lerninhalte und eine bessere Ausstattung an Schulen und in der Ausbildung. Und hier besteht Nachholbedarf. Bei der Nutzung digitaler Geräte an Schulen liegt Deutschland im internationalen Vergleich im hinteren Drittel. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat eine ganze Reihe von Vorschlägen und Positionen zur digitalen Bildung erarbeitet. Ganz besonders wichtig: die Ausbildung der Ausbilder. Oft wissen die Schüler mehr über die neuesten Digitaltechnologien als die Lehrer. Laut aktueller D21-Sonderstudie empfinden die Lehrer das selbst so: 62 Prozent von ihnen sehen ihre eigenen mangelnden IT-Kenntnisse als größte Hürde bei digitaler Bildungsvermittlung an die Schüler, die als „Digital Natives“ damit aufgewachsen sind. Handlungsbedarf besteht auch an Berufsschulen: 40 Prozent der Lehranstalten haben keinen WLAN-Zugang. Wir sehen deshalb dringenden Bedarf, Berufsschulen digital aufzurüsten, damit die Auszubildenden für Industrie 4.0 praxisgerecht unterrichtet werden können.

Infografik: Bis 2020 werden in Europa 3,5 Mio. IT-Experten gesucht.

© BMWi

Bildung für alle

Die Digitalisierung sorgt für eine Demokratisierung der Bildung. Nie hatten so viele Menschen Zugang zu Wissen. Denn die Digitalisierung verändert auch die Art und Weise, wie wir lernen. Schon jetzt bilden sich weltweit Millionen Menschen im Netz weiter. Mit YouTube-Tutorials und Online-Sprachkursen, aber auch in sogenannten MOOCs (Massive Open Online Courses), also an Online-Hochschulen. Über die Plattform Coursera beispielsweise lernen 15 Millionen Studenten. Und die kostenlose Khan Academy aus den USA verzeichnet bereits mehr als 500 Millionen Video-Abrufe auf YouTube – weltweit.

Spezielle Förderung für Mädchen

Um die Menschen weltweit an der Digitalisierung teilhaben zu lassen, wollen wir im Rahmen des G20-Prozesses eine Initiative zur Förderung von digitalen Fähigkeiten in der Ausbildung auf den Weg bringen. Sie baut auf der bereits bestehenden gemeinsamen G20-Initiative zur Qualitätsverbesserung in der Ausbildung auf. Besonderer Fokus liegt darauf, die Bildungslücke zwischen den Geschlechtern zu schließen. Derzeit sind in der Technologiebranche weltweit nur 24 Prozent aller Jobs von Frauen besetzt. Durch Synergien mit der Initiative „eSkills4girls“ sollen in Entwicklungsländern die Beschäftigungsperspektiven von Mädchen und Frauen in der Digital- und Technologiebranche durch die Förderung von digitaler Bildung und IT-Fähigkeiten verbessert werden.

Minicomputer Calliope – Digitalkunde für die Grundschule

Er ist gerade mal so groß wie eine Hand: der sternenförmige Kleinstcomputer Calliope mini, mit dem Grundschüler programmieren lernen sollen. Mit wenigen Klicks können die Kinder sogar erste eigene Programme erstellen. Der Calliope mini kann beispielsweise zur Steuerung eines Roboters eingesetzt werden. Kinder können spielerisch lernen, wie Schaltungen, Software, Sensoren und Computer generell funktionieren. Der Calliope mini, dessen Entwicklung vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wurde, wird kostenlos an Drittklässler verteilt – 2017 zunächst im Saarland, wo flächendeckend alle Kinder der dritten Klassen einen Calliope mini kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Bis Ende 2017 sollen in allen Bundesländern Pilotschulen mit Calliope mini ausgerüstet sein. Ziel ist es, bis Ende 2017 100.000 der Mikrocontroller in die Schulen gebracht zu haben.

Weitere Informationen unter http://bit.ly/2lul047 und www.calliope.cc.