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Arbeitsgruppe „Arbeit, Aus- und Weiterbildung“ (AG 5)

Einleitung

Die voranschreitende Digitalisierung der Industrie bringt eine Reihe von Änderungen in der Arbeitswelt mit sich: Berufsprofile wandeln sich, Beschäftigte können sich nicht ihr ganzes Leben lang auf ihre Erstausbildung verlassen, während der Einsatz von Big Data Analytics sowie die Interaktion zwischen Menschen und Maschine zur Normalität werden.

All diese Veränderungen finden nun vor dem Hintergrund einer einmaligen, anhaltenden und globalen Pandemie statt. Im Jahr 2020 hat die Coronavirus-Pandemie bestehende Spaltungen und Umbrüche in der industriellen Arbeitswelt verschärft und beschleunigt, wie in kurzen Online-Meldungen abgebildet wurde. Der Bedarf an digitalen Lerngeräten und Weiterbildungsmaßnahmen für alle Beschäftigte in der Produktion wird dringend. Zeitgleich werden die verbleibenden Zweifel über die Notwendigkeit von flexiblen Arbeitsformen seitens Führungskreise allmählich ausgeräumt.

Der Übergang in eine vernetzte Industrie mit digitalen Geschäftsmodellen und guter, gesunder Arbeit kann nur gelingen, wenn alle den Veränderungsprozess sozialpartnerschaftlich gestalten. Die Expertinnen und Experten der Plattform Industrie 4.0 bringen dafür Bildungsverantwortliche aus den Unternehmensführungen, Gewerkschaften, Verbänden und Betriebsräten zusammen, um Herausforderungen und Leitfragen zur Arbeit, Aus- und Weiterbildung zu diskutieren.

Ziel der Arbeitsgruppe „Arbeit, Aus- und Weiterbildung“ ist es, die bestehenden Veränderungen proaktiv, kritisch und sozialpartnerschaftlich zu gestalten.

Die Arbeitsgruppe engagiert sich für eine digitalisierte Arbeitswelt, in der der Mensch und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Vor diesem Hintergrund erarbeitet eine Unterarbeitsgruppe eine „Charta für Lernen und Arbeiten in der Industrie 4.0“, in der die gemeinsamen Ziele und Überzeugung der Arbeitsgruppe zum Ausdruck gebracht werden. Die Charta wird aus einer kurzen Liste von Kernbotschaften bestehen, die kurz und prägnant unter den Überschriften

  • „Menschen“,
  • „Organisation“ und
  • „Technik“

dargestellt werden.

Durch eine Positionierung zu den Kernthemen von Arbeiten und Lernen in der Industrie 4.0 fördert die Gruppe die Wahrnehmung und Verständnis von veränderten Anforderungen in der digitalen Arbeitswelt. Sie setzt einen normativen Orientierungspunkt in einer technik-zentrierten Debatte. Sie stärkt die konstruktive Sozialpartnerschaft in Deutschland, der europäischen Union und darüber hinaus. Und sie leistet schlussendlich einen Beitrag, um die soziale Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu erhöhen.

Die Unterarbeitsgruppe ist überzeugt, mit ihren kurzen und knackigen Impulsen einen breiten Adressatenkreis, bestehend sowohl aus Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern als auch aus Akteuren aus der Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, inspirieren zu können.

Agiles Arbeiten rückt den Menschen in den Mittelpunkt der Organisationsgestaltung. So werden den individuellen Bedürfnissen der Beschäftigten stärker gerecht. Gleichzeitig erhöht agiles Arbeiten die Anpassungs- und Lieferfähigkeit von Organisationen – durch Selbstorganisation, interdisziplinäre Teams, iterative Verbesserung sowie eine offenere und respektvolle Feedbackkultur.

Nachdem die Unterarbeitsgruppe letztes Jahr die Bedeutung von Agilität im Rahmen des Impulspapiers Agiles Arbeiten erklärt hat und „Lust“ auf die Methodik gemacht hat, möchte sie nun zeigen, wie Agilität in Deutschland tatsächlich umgesetzt und gelebt wird, welche guten konkreten Beispiele, welche Herausforderungen und welche unterschiedlichen Perspektiven es gibt. Aus den Herausforderungen, die nicht alleine auf betrieblicher Ebene gelöst werden können, strebt die Arbeitsgruppe auch die Entwicklung von politischen Forderungen an.

Diese Einblicke gewinnt die Unterarbeitsgruppe aus ihrem eigenen Teilnehmerkreis durch eine Reihe von „3x3x3-Interviews“: Alle drei Monate werden 3 Fragestellungen an 3 Unternehmen gestellt und jeweils 3 Perspektiven eingeholt – Arbeitnehmervertreter, Arbeitgebervertreter und die eines Mitarbeiters, der operativ agil arbeitet. Die Erkenntnisse und Learnings dieser Interview-Reihe möchte die Arbeitsgruppe mundgerecht und schmackhaft durch eine Reihe von multimedialen Formaten vorstellen, um den öffentlichen Austausch zu Agilität voranzutreiben.

Was für neue Anforderungen entstehen derzeit in der beruflichen Weiterqualifizierung? Wie können Unternehmen eine stärkere Lernkultur fördern? Wie lässt sich gute digitale Weiterbildung in Zeiten von Corona gestalten? Diese Fragen stellt im Jahr 2020 die Unterarbeitsgruppe Weiterbildung.

  • Expertenimpulse, Praxisbeispiele und das Teilen von eigenen Erfahrungen sind der Fokus einer kommenden Reihe von Web-Seminaren, die den Austausch voranbringt.

Die lebendige Diskussion folgt dem Impulspapier der Unterarbeitsgruppe Für eine zukunftsfähige Lernkultur im Unternehmen. Botschaften des Impulspapiers werden von den Fachexperten und Sozialpartner für die Fachcommunity der Industrie 4.0 sowie für die breitere Öffentlichkeit analysiert und anhand von Praxisbeispielen lebensnah präsentiert. Zuschauer haben natürlich die Möglichkeit, Fragen zu stellen, ihre Erfahrungen zu teilen und nützliche Tipps und Tricks zu schnappen.

Knapp 50 Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter aus Konzernen und aus mittelständischen Unternehmen treffen sich virtuell im Laufe des Jahres. In drei Unterarbeitsgruppen wird zusätzlich regelmäßig diskutiert und Ergebnisse produziert:

  • Unterarbeitsgruppe: Weiterbildung
  • Unterarbeitsgruppe: Agiles Arbeiten
  • Unterarbeitsgruppe: Charta für Lernen und Arbeiten in der Industrie 4.0

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