Moderme Produktionshalle mit Fertigungsmaschinen

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Die Plattform Industrie 4.0 ist das zentrale Netzwerk in Deutschland, um die digitale Transformation in der Produktion voranzubringen. Im Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften und Verbänden wirken über 350 Akteure aus mehr als 150 Organisationen aktiv in der Plattform mit.

Die Plattform Industrie 4.0 fördert die Entwicklung von Industrie 4.0 in Deutschland, indem sie:

  • vorwettbewerbliche Konzepte und Lösungen in ihren sechs Arbeitsgruppen entwickelt und in die Praxis führt (zu finden in der Online-Bibliothek)
  • Unternehmen durch Handlungsempfehlungen, Informationsangebote und Anwendungsbeispiele beim Praxistransfer unterstützt (unter anderem Landkarte Industrie 4.0 mit über 350 Anwendungsbeispielen, Beteiligung am Transfer-Netzwerk Industrie 4.0, Veranstaltungen in allen Regionen Deutschlands)
  • ihre Ideen in die internationalen Industrie 4.0-Diskurse einspeist und an internationalen Standardisierungsprozessen mitwirkt (über mehr als zehn internationale Kooperationen)

Die Plattform Industrie 4.0 hat in ihrem Leitbild 2030 für Industrie 4.0 drei zentrale Handlungsfelder für Nachhaltigkeit in den digitalen Ökosystemen der Zukunft identifiziert und arbeitet mit ihren Partnern an neuen Lösungen: gute Arbeit und Bildung, Klimaschutz und zirkuläre Wirtschaft sowie gesellschaftliche Teilhabe.

Klimaschutz und zirkuläre Wirtschaft: Als Weltmeister im Maschinenexport hat Deutschland großen Einfluss auf und Verantwortung für nachhaltige Entwicklung. Die deutsche Industrie leistet bereits einen wichtigen Nachhaltigkeitsbeitrag durch effiziente Produktion oder Bewertungssysteme von Nachhaltigkeitskriterien. Das Potenzial ist groß, jedoch müssen auch mögliche Rebound-Effekte berücksichtigt werden. Damit Industrie 4.0 zum „Enabler“ einer klimafreundlichen Zukunft wird, muss Klimaschutz bei neuen Entwicklungen aktiv mitgedacht werden.

Gute Arbeit und Bildung: Der Übergang in eine vernetzte Industrie und der mit ihr verbundene „skill shift“ kann nur gelingen, wenn Arbeitsstrukturen und Bildungsansätze verändert werden. Agile Arbeitsformen, Mensch-Maschine-Interaktion und Lebenslanges Lernen rücken auf die Agenda. Gleichzeitig bleiben Themen wie Arbeitssicherheit und -schutz von immenser Bedeutung, müssen aber in einer digitalen Welt neu gedacht werden. Bildungsverantwortliche aus den Unternehmensführungen, Betriebsräte, Sozialpartner und Beschäftigte sind gefragt, um gemeinsam diese Herausforderungen zu meistern.

Gesellschaftliche Teilhabe und Akzeptanz: Die Plattform Industrie 4.0 versteht Industrie 4.0 als gesamtgesellschaftlichen Transformationsprozess. Dieser gesellschaftliche Change-Prozess erfordert nicht nur enge Kooperationen auf Ebene der Unternehmen, sondern letztlich Beteiligung und Mitbestimmung aller Akteure: Angefangen vom sozialpartnerschaftlichen Dialog im einzelnen Betrieb, über unternehmens- und branchenübergreifende Aspekte der Zusammenarbeit bis hin zu gesamtgesellschaftlichen Fragestellungen in Bezug auf die Nutzung digitaler Technologie und Künstlicher Intelligenz in unserem Alltag.