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Digitalisierungsindex

Wie digital fortgeschritten ist die deutsche Wirtschaft? Wo gibt es Unterschiede zwischen Regionen oder zwischen Unternehmen verschiedener Branchen und Größen? Wie hat sich die Digitalisierung der Wirtschaft in Deutschland auf diesen verschiedenen Ebenen entwickelt? Diese und weitere Fragen beantwortet der Digitalisierungsindex, indem er jährlich den digitalen Status quo der deutschen Wirtschaft abbildet.

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Kernergebnisse des Digitalisierungsindex 2021

  • Die Wirtschaft in Deutschland ist fast durchgängig digitaler als noch 2020: Der Digitalisierungsindex steigt von 100 auf 108 Punkte.
  • Die Treiber der Digitalisierung sind vor allem verbesserte Rahmenbedingungen, also unternehmensexterne Indikatoren. Sie steigen im Durchschnitt stärker als die unternehmensinternen Indikatoren.
  • Große Unternehmen, die IKT-Branche, die Bundeslandgruppe Süd sowie Agglomerationen sind deutliche Digitalisierungsvorreiter.
  • Kleine Unternehmen, das Sonstige Produzierende Gewerbe, die Bundeslandgruppe Ost und die geringverdichteten ländlichen Räume haben am meisten Aufholbedarf.
  • Die Coronapandemie hat nicht zu einem umfassenden Digitalisierungsschub in den Unternehmen geführt, sondern vielmehr zu einem “Homeoffice-Schub”, also einer Digitalisierung auf Ebene der Prozesse.
  • Es ist zu erwarten, dass die Wirtschaft in Deutschland auch bei den internen Indikatoren zukünftig deutlich höhere Werte erreicht, wenn die negativen Auswirkungen der pandemiebedingten Ausnahmesituation auf Budget und Absatz geringer werden.

Digitalisierung in Deutschland

  • Der deutschlandweite Indexwert beträgt 2021 108,0 Punkte im Vergleich zu den normierten 100,0 Punkten im Vorjahr.
  • Die Verbesserung der Rahmenbedingungen ist der wesentliche Treiber der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft in Deutschland. Die unternehmensexternen Kategorien steigen im Durchschnitt um 10 Punkte. Die unternehmensinternen Kategorien steigen durchschnittlich um 5 Punkte.
  • Den stärksten Zuwachs verzeichnet die unternehmensinterne Kategorie der Prozesse. Ihr Kategorienwert steigt von 100,0 auf 121,1 Punkte.
  • Den stärksten Rückgang zeigt die unternehmensinterne Kategorie Qualifizierung. Ihr Wert sinkt von 100,0 auf 87,5 Punkte.

Digitalisierung nach Branchen

Auf der Ebene der zehn Branchengruppen ergibt sich ein durchwachsenes Bild. Manche Branchen legen leicht an Indexpunkten zu, andere verlieren Indexpunkte. Große Verschiebungen in der Digitalisierungsstruktur der Branchen gibt es nicht. Insgesamt sind die Branchen im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig digitaler geworden.

  • Das Sonstige Produzierende Gewerbe (dazu zählen Energie- und Wasserversorgung, die Abwasser- und Abfallentsorgung sowie das Baugewerbe) bleibt Schlusslicht mit 56,0 Punkten (2020: 55,5 Punkte).
  • Den stärksten Zuwachs verzeichnet der Tourismus. Der Indexwert der Branche steigt von 64,3 auf 84,4.
  • Den stärksten Rückgang verzeichnet die Branchengruppe Grundstoffe, Chemie und Pharma. Ihr Indexwert sinkt von 100,6 auf 94,5 Punkte.

Digitalisierung nach Unternehmensgrößenklassen

Auf der Ebene der drei Unternehmensgrößenklassen ergibt sich ein uneinheitliches Bild. Zwei Unternehmensgrößenklassen nehmen im Index zu, eine nimmt ab. Insgesamt unterscheiden sich die Digitalisierungsgrade nach Unternehmensgrößenklasse weiterhin sehr stark.

  • Spitzenreiter sind weiterhin große Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten. Ihr Indexwert steigt von 199,6 auf 205,2. Sie verzeichnen auch die stärkste Zunahme.
  • Schlusslicht bleiben kleine Unternehmen mit 1 bis 49 Beschäftigten. Ihr Indexwert steigt von 89,2 auf 93,9 Punkte.
  • Einen Rückgang verzeichnen mittlere Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten. Ihr Indexwert sinkt von 125,9 auf 119,4.

Digitalisierung nach Bundeslandgruppen

Auf der Ebene der vier Bundeslandgruppen zeigen sich deutliche Zuwächse im Stand der Digitalisierung. Alle Bundeslandgruppen gewinnen 2021 im Vergleich zu 2020 Indexpunkte, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Insgesamt steigt der absolute Abstand zwischen der am stärksten und der am schwächsten digitalisierten Bundeslandgruppe.

  • Spitzenreiter bleibt die Bundeslandgruppe Süd (Bayern und Baden-Württemberg). Ihr Indexwert steigt von 111,5 auf 129,1 Punkte. Sie verzeichnet auch die stärkste Zunahme.
  • Das Schlusslicht bildet die Bundeslandgruppe Ost (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen). Ihr Indexwert beträgt 97,8 (2020: 93,8). Diese Bundeslandgruppe verzeichnet die geringste Zunahme.

Digitalisierung nach Regionstypen

Auch auf Ebene der fünf Regionstypen1 zeigen sich durchgehend Zuwächse beim Digitalisierungsindex, allerdings in unterschiedlicher Höhe. Der absolute Abstand zwischen dem am stärksten und dem am schwächsten digitalisierten Regionstyp bleibt annähernd gleich.

  • Schlusslicht bleiben die geringverdichteten ländlichen Räume mit 89,5 Indexpunkten (2020: 76,6).
  • Den stärksten Zuwachs verzeichnen verdichtete ländliche Räume. Ihr Indexwert steigt von 83,2 auf 104,2.
  • Den geringsten Zuwachs verzeichnen Kernstädte. Ihr Indexwert steigt von 111,5 auf 113,0.

1 Als Agglomeration werden kreisfreie Städte verstanden, die entweder mehr als 500.000 Einwohner haben oder mindestens 100.000 Einwohner und eine Einwohnerdichte von mindestens 775 Einwohner pro km2 aufweisen. Kernstädte umfassen jene kreisfreien Städte, die nicht die Kriterien einer Agglomeration erfüllen. Hochverdichtete ländliche Räume sind Landkreise mit einer Einwohnerdichte von mehr als 223 Einwohner pro km2, verdichtete ländliche Räume haben zwischen 139 und 223 Einwohner pro km2 und geringverdichtete ländliche Räume weniger als 139 Einwohner pro km2.


Messung der Digitalisierung der Wirtschaft am Standort Deutschland 

Der Digitalisierungsindex misst den Stand der Digitalisierung der Wirtschaft am Standort Deutschland mithilfe von 37 Indikatoren. Diese bilden jeweils verschiedene Dimensionen der Digitalisierung ab. Sie zeigen damit ein umfassendes Bild des Status quo der Digitalisierung von Unternehmen sowie des Umfelds, in dem diese aktiv sind. Aggregiert ergeben die Indikatoren einen Indexwert für die Digitalisierung der Wirtschaft in Deutschland insgesamt.

Eine Übersicht über den Aufbau des Digitalisierungsindex finden Sie hier.

Im ersten Betrachtungsjahr 2020 ist der Digitalisierungsindex für Deutschland auf den Wert 100 normiert.

Unterschiede bei der Digitalisierung 

Die Digitalisierung ist nicht überall gleich weit fortgeschritten. Daher wird der Index – soweit möglich – nach Bundeslandgruppen, Regionstypen, Branchen und Unternehmensgrößen differenziert. Es lässt sich damit analysieren, welche Branche im Vergleich zu anderen besonders stark digitalisiert oder in welcher Bundeslandgruppe die Digitalisierung der Unternehmen besonders weit fortgeschritten ist.

Entwicklung der Digitalisierung 

Der Digitalisierungsindex wird jährlich aktualisiert. Damit kann er seit 2021 auch die Entwicklung der Digitalisierung der Wirtschaft insgesamt sowie auf den einzelnen Differenzierungsebenen (Bundesland, Regionstyp, Branche, Unternehmensgröße) abbilden. Anhand der möglicherweise erzielten Fortschritte und beobachtbaren Defizite lassen sich dann Handlungsempfehlungen ableiten. Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gestaltung der Digitalisierung der Wirtschaft in Deutschland zu schaffen.

Aufbau des Index

Der Digitalisierungsindex setzt sich aus zwei Subindizes zusammen. Ein Subindex beinhaltet unternehmensinterne Faktoren, das heißt, er bildet die Aktivitäten der Unternehmen ab. Der Subindex für die unternehmensexterne Perspektive beschreibt dagegen das Umfeld, in dem die Unternehmen agieren.

Diese beiden Subindizes beinhalten jeweils fünf Kategorien. Zum unternehmensinternen Subindex gehören die Kategorien Prozesse, Produkte, Geschäftsmodelle, Qualifizierung und Forschungs- und Innovationsaktivitäten. Die Kategorien Technische Infrastruktur, Administrativ-rechtliche Rahmenbedingungen, Gesellschaft, Humankapital und Innovationslandschaft zählen zum unternehmensexternen Subindex.

Die 37 Indikatoren teilen sich auf die verschiedenen Kategorien auf.

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