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Kompetenzbarometer Quelle: Gorodenkoff/Shutterstock

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Kompetenzbarometer der Digitalisierungsberufe

Damit Unternehmen und Politik die digitale Transformation der deutschen Wirtschaft gestalten können, brauchen sie einen Überblick über die vorhandenen und benötigten digitalen Kompetenzen am Arbeitsmarkt. Das Kompetenzbarometer stellt die Fachkräftesituation in Digitalisierungsberufen dar. Es zeigt, in welchen Berufen und Regionen aktuell Handlungsbedarfe bei der Fachkräfteversorgung bestehen.

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Fachkräfte für die digitale Zukunft

Unternehmen brauchen für die Digitalisierung Fachkräfte, die entsprechende Kompetenzen mitbringen. Zu diesen Kompetenzen zählen zum Beispiel der Umgang mit Programmiersprachen, das Inbetriebnehmen automatisierter Fertigungsstraßen oder das Entwickeln kreativer, digitaler Geschäftsmodelle. Auch die Nachfrage der Unternehmen nach Berufen ändert sich durch die Digitalisierung. Auf der Angebotsseite des Arbeitsmarktes entscheiden Individuen, welchen beruflichen Weg sie einschlagen, welche Tätigkeiten sie erlernen und wie sie sich weiterentwickeln möchten.

Das Kompetenzbarometer bringt die beiden Seiten des Arbeitsmarktes zusammen und zeigt empirisch die Entwicklung der Fachkräftesituation in Digitalisierungsberufen auf. Die Entwicklungen können dabei sowohl für das Bundesgebiet insgesamt als auch bis auf die Ebene der 156 Arbeitsagenturbezirke (AAB) dargestellt werden.

Wie digital sind einzelne Berufe?

Die Digitalisierung durchdringt weite Teile der Wirtschaft und des Arbeitslebens. Inzwischen arbeiten zahlreiche Arbeitskräfte bereits mit digitalen Technologien. Nicht jede Nutzung von Computern, Daten und Internet macht Berufe jedoch zu Digitalisierungsberufen. Die hier angewandte Definition der Digitalisierungsberufe ist daher bewusst eng gefasst.

Kernmerkmal aller Digitalisierungsberufe ist, dass die Fachkräfte Schlüsseltechnologien herstellen oder durch besondere technische Kenntnisse deren Nutzung und Verbreitung ermöglichen. Zu den Digitalisierungsberufen zählen nicht nur IT-Berufe, sondern auch viele Produktionsberufe im Verarbeitenden Gewerbe. Beispielsweise sind es nicht nur Softwareentwickler, sondern auch Ingenieure für Automatisierungstechnik, die komplexe digital-vernetzte Produktionsanlagen planen und entwerfen. Genauso wichtig sind Fachkräfte wie beispielsweise Mechatroniker, die diese Pläne anschließend praktisch umsetzen können. Auch Fachkräfte zur Gestaltung von Digitalmedien, technische Zeichner oder Experten für Chemie- und Pharmatechnik sind Beispiele für Berufe, die zur Gestaltung der Digitalisierung notwendig sind.

Die Abgrenzung der Digitalisierungsberufe beruht auf drei Analysefeldern. Erstens werden Berufsprofile im Berufenet der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Hinblick auf für die Digitalisierung relevante Tätigkeiten analysiert. Zweitens dienen die Aus- und Fortbildungsordnungen sowie die zugehörigen Rahmenlehrpläne der Einordnung der Berufe und werden auf für die Digitalisierung relevante Stichworte durchsucht. Drittens wird der Beschäftigtenanteil der einzelnen Berufe in der Informations- und Kommunikationsbranche zur Abgrenzung herangezogen. Als Ergebnis können 93 Digitalisierungsberufe identifiziert werden, die als Grundlage für das Kompetenzbarometer dienen.

Die Berechnung der Fachkräftelücke

Die Fachkräftelücke in den Digitalisierungsberufen ergibt sich aus der Gesamtnachfrage abzüglich des Gesamtangebots auf der Ebene der einzelnen Berufe und stellt den Kern des Kompetenzbarometers dar. Das Messergebnis des Kompetenzbarometers gibt somit eine Antwort auf die Frage, welcher Nachfrageüberhang nach Digitalisierungsberufen am Arbeitsmarkt besteht und wie dieser sich im Zeitablauf verändert.

Die Nachfrage setzt sich dabei aus den derzeit bereits Beschäftigten und den offenen Stellen zusammen. Das Angebot an Arbeitskräften besteht im Wesentlichen aus den derzeit bereits Beschäftigten sowie den Arbeitslosen. Als Datengrundlage dienen die Stellen-, Arbeitslosen- und Beschäftigtenstatistik der BA sowie die Stellenerhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Aus diesen Faktoren wird die Fachkräftelücke berechnet (vgl. Abbildung). Sie ist die Differenz aus der Gesamtnachfrage und dem Gesamtangebot an Fachkräften in diesen Berufen. Gibt es in einem Beruf genügend passend qualifiziertes Personal, um die Nachfrage zu decken, ist die Fachkräftelücke null. Reicht das Angebot an Fachkräften nicht aus, zeigt die Lücke, wie viele Fachkräfte in einer bestimmten Region in einem Beruf fehlen.

Das Angebot an Arbeitskräften ergibt sich langfristig aus der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, der Erwerbstätigenquote und dem Berufswahlverhalten im Hinblick auf die Digitalisierungsberufe. Diese Bestandteile hängen wiederum von verschiedenen Einflussfaktoren ab. Die Renteneintritte und Schulabgänge spielen für die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ebenso eine Rolle wie Zu- und Abwanderung aus dem In- und Ausland. Die Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren sowie Arbeitslosigkeit sind Bereiche, die noch ungenutzte Potenziale bergen. Die Teilnahme an Ausbildungen, Aufstiegsfortbildungen und Hochschulstudium bestimmen die Art und den Umfang von (künftigen) Qualifikationen. Die Entwicklung dieser langfristigen Einflussfaktoren wird künftig ebenfalls im Kompetenzbarometer analysiert.

Kompetenzbarometer zeigt Handlungsbedarfe auf

Fachkräfteengpässe in Digitalisierungsberufen hemmen die digitale Transformation der deutschen Wirtschaft. Basierend auf der oben beschriebenen Datengrundlage zeigt das Kompetenzbarometer, in welchen Berufen Handlungsbedarf für Unternehmen und Politik besteht. Es identifiziert Berufe, die bereits heute mehr oder weniger stark von Fachkräfteengpässen betroffen sind und gleichzeitig eine entscheidende Rolle bei der Digitalisierung spielen. Durch die Vielzahl der Einflussfaktoren, die künftig im Kompetenzbarometer analysiert werden, können die Ursachen für die Fachkräftelücke identifiziert und konkrete Handlungsbedarfe aufgezeigt werden.

In Zukunft wird eine Fortschreibung der Fachkräftelücke einen Blick in die nähere Zukunft erlauben. Die aktuellen Entwicklungen der Einflussfaktoren können fortgeschrieben und Engpässe damit frühzeitig vorhergesehen werden. Durch die Variation der Einflussfaktoren können verschiedene Szenarien berechnet werden. Unternehmen und Politik können auf dieser Grundlage zielgerichtet, effektiv und frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen und die Digitalisierungsberufe stärken.

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