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BiDiMoVe - Bidirektionale multimodale Vernetzung

Projekt BiDiMoVe

© Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer Hamburg

Ziel/Nutzen der Lösung

Mit dem Projekt BiDiMoVe sollen Linienbusse an Ampelanlagen je nach Verspätungslagen und Busauslastung gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmer*innen bevorrechtigt und priorisiert werden. Die Busfahrer*innen erhalten Empfehlungen zu den optimal zu fahrenden Geschwindigkeiten. Außerdem soll ein Abbiegeassistent für das Busfahrpersonal erprobt werden, der vor parallel verkehrendem Rad- und Fußverkehr warnen soll. Durch die zunehmende Vernetzung im Straßenverkehr steigt das Risiko von IT-Angriffen, die unerwünschte Situationen im Straßenverkehr auslösen können. Neben den verkehrlichen Fragestellungen liegt daher ein wesentlicher Fokus des Projektes auf der IT-Sicherheit des Systems. Etablierte Verschlüsselungsverfahren dienen als technische Basis für die angestrebte Sicherheitsinfrastruktur.

Lösungsbeschreibung

Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Automatisierung und Vernetzung im Straßenverkehr“ mit insgesamt 3,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert.
Busse des Hamburger ÖPNV werden mit einem speziellen Modul nachgerüstet, einer sogenannten On Board Unit. An Ampeln werden ebenfalls Module angebracht, sogenannte Road Side Units. Sie ermöglichen es, dass Busse und Ampeln vollautomatisch und direkt miteinander über WLAN kommunizieren können.
Die verwendete Hardware ist am Markt erhältlich und wurde entsprechend der Erfordernisse des Projekts angepasst. Im Bus erfasst die On Board Unit verschiedene Daten, wie beispielsweise Standort, Geschwindigkeit und Busauslastung, die an einen zentralen ÖPNV-Strategierechner übermittelt werden. Entsprechend der Daten werden die Busse an den Ampeln priorisiert. Das bisherige System für die Priorisierung von Bussen soll in einer Übergangsphase neben dem neuen System weiterhin genutzt werden.
Zusätzlich empfängt der Bus auch Informationen aus den Road Side Units, beispielsweise für den Abbiegeassistenten. Grundlage hierfür sind Daten der Wärmebildkameras, mit denen der Rad- und Fußverkehr an Kreuzungen in Echtzeit erfasst wird.
Im Projekt werden zehn Busse und 18 Ampelanlagen mit der neuen Technik ausgestattet. Perspektivisch soll das neue System im gesamten Hamburger ÖPNV umgesetzt werden.
Im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitung des Projekts wird erforscht, welche Informationen Busfahrer*innen benötigen und wie diese aufbereitet sein sollten.
Das System kann potenziell auch von anderen Fahrzeugen, bspw. von Einsatzfahrzeugen, Pedelecs und E-Scootern, genutzt werden.
Um eine sichere Datenkommunikation zu gewährleisten wird im Projekt eine eigene Sicherheitsinfrastruktur (eine sogenannte Public-Key-Infrastruktur, PKI) umgesetzt.
Die Public-Key-Infrastruktur ermöglicht einen sicheren und vertraulichen Austausch von Daten. Im Projekt BiDiMoVe soll sie darüber hinaus die Grundlagen für eine gezielte Kommunikation zwischen Linienbussen und Road Side Units bilden. Dafür werden ein Rechtemanagement sowie zugehörige Prozesse für die Zertifikats- und Rechteverwaltungen zwischen Verkehrsteilnehmern, Verkehrsinfrastruktur und Public-Key-Infrastruktur spezifiziert und implementiert.

Kommunen

Das Projekt wird in folgenden Kommunen umgesetzt:

Hamburg, Hamburg

über 500.000 Einwohner

Stadt

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Die im Projekt entwickelte Lösung trägt dazu bei, den ÖPNV effizienter, attraktiver und sicherer zu gestalten. Die benötigte Zeit, um mit dem Bus ans Ziel zu gelangen, wird verkürzt und Verspätungen können vermieden werden. Der Abbiegeassistent trägt zu mehr Verkehrssicherheit bei. Der ÖPNV gewinnt an Komfort und Attraktivität, was wiederum eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige und klimafreundliche Mobilität ist.

Die im Projekt entwickelte Lösung soll in den Regelbetrieb überführt werden. Darüber hinaus ist das Projekt im Austausch mit weiteren interessierten Kommunen.

Der Austausch erfolgt insbesondere im Rahmen der OCA, einem Verband öffentlicher Baulastträger und Betreiber in der Straßenverkehrstechnik.

Beteiligte Partner*innen

Weiterführende Informationen