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Dörpsmobil SH

Dörpsmobil Klixbühl

© DörpsCampus Klixbüll e.V. - Sparte Dörpsmobil Klixbüll

Ziel/Nutzen der Lösung

Das Dörpsmobil ist ein Elektro-Carsharing Angebot, das ursprünglich aus der Gemeinde Klixbüll in Nordfriesland stammt. Es wird für Fahrten der Gemeinde genutzt, ist aber auch für Bürgerinnen und Bürger sowie Touristinnen und Touristen mietbar. Damit verbessert es das Mobilitätsangebot im ländlichen Raum und ergänzt den öffentlichen Personennahverkehr um eine nachhaltige Alternative. Das Dörpsmobil Klixbüll wird mit erneuerbarem Strom aus Klixbüller Windmühlen geladen und inzwischen als Dörpsmobil SH in 17 weiteren Kommunen in Schleswig-Holstein umgesetzt.

Lösungsbeschreibung

Das Projekt Dörpsmobil SH wird durch den Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) der Europäischen Union, die Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH (EKSH), das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig-Holstein (MELUND SH) sowie das Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration Schleswig-Holstein (MILIG SH) gefördert. Die Förderung umfasst den Hardwareeinbau und die Softwarenutzung für ein Dörpsmobil und ein Fahrrad pro Gemeinde. Sie ist auf zwei Jahre befristet.
Nach der Förderung kostet die weitere Nutzung der Software die Gemeinde 50 Euro im Monat. Die Hardware, die zu Beginn in das Auto eingebaut wird, kostet circa 1.000 Euro. Im Projekt wurden Betreibermodelle über die Gemeinde, Vereine oder privatwirtschaftlich getestet und in einem Leitfaden beschrieben. Das Dörpsmobil Klixbühl wird beispielsweise von dem Verein Dörpscampus Klixbüll e. V. betrieben. Das Fahrzeug wird nicht fortlaufend gefördert, sondern trägt sich aus Mitgliedsbeiträgen. Vor der Nutzung des Angebots müssen die Nutzenden sowohl Mitglied des Vereins (für 12 Euro pro Jahr) als auch der Sparte Dörpsmobil Klixbüll (für 60 Euro pro Jahr) werden. Die Fahrzeugnutzung kostet 3,50 Euro pro Stunde und ist ab 10 Stunden pro Tag auf einen Tagessatz von 35 Euro gedeckelt. Bei 90 Stunden Auslastung pro Monat schreibt das Fahrzeug eine schwarze Null.
Sowohl die Verwaltung der Buchungen als auch das Öffnen und Schließen der Fahrzeuge läuft über eine App, die in den ersten zwei Jahren in der Förderung enthalten ist. Die Dienstleitung wird über die App MOQO der Digital Mobility Solutions GmbH bereit gestellt
Die Zahlungsabwicklung erfolgt wahlweise entweder automatisch oder selbstständig. Für die selbstständige Zahlungsentwicklung liefert das Portal einen ausführlichen Überblick über alle Buchungen. Auf dieser Basis führt der Verein oder die Gemeinde die Abrechnung selbst durch. Bei der automatischen Zahlungsabwicklung erfolgt die komplette Abrechnung inklusive Bankeinzug durch den Dienstleister, der für die Abwicklung eine Servicegebühr von 3,5 Prozent vom Bruttoumsatz berechnet. Nutzende buchen das Dörpsmobil über die App und nutzen diese für das erstmalige Öffnen des Autos. Der Autoschlüssel ist im Handschuhfach hinterlegt und kann während der Buchung normal genutzt werden. Zum Ende der Buchung hinterlegt der Nutzende den Schlüssel wieder im Handschuhfach und verschließt das Auto über die App. Das funktioniert über eine Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und Fahrzeug.
Die Idee des Dörpsmobils stammt aus der Gemeinde Klixbühl. Dort planten und konzipierten Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit dem Bürgermeister das Dörpsmobil Klixbühl im Jahr 2016. Die Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e. V. erkannte in dem Projekt eine nachhaltige Lösung für die Mobilität im ländlichen Raum und unterstützt seitdem die Umsetzung in der Fläche. Dazu wurde das Projekt Dörpsmobil SH ins Leben gerufen, das unter anderem die Einrichtung einer Koordinierungsstelle "Dörpsmobile SH" beinhaltet.
Zur Umsetzung des ersten Dörpsmobils in Klixbühl gründete der Verein Dörpscampus Klixbühl e. V. eine neue Sparte und leaste für drei Jahre einen Kleinwagen. Für den Ausbau des Projektes im Jahr 2017 wurde im Auftrag der Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e. V. ein Realisierungskonzept erarbeitet, aus dem der Leitfaden "Dörpsmobil SH - Wir bewegen das Dorf" hervor ging. Aufgrund einer großen Nachfrage beteiligen sich seit dem Jahr 2019 die zwei Landesministerien, das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig-Holstein (MELUND SH) und das Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration Schleswig-Holstein (MILIG SH), als Förderer. Seit April 2019 unterstützt die Koordinierungsstelle und ein Projektverantwortlicher interessierte Gemeinden und Vereine bei der Planung und Umsetzung von Dorf-Gemeinschaftsautos. Die Koordinierungsstelle organisiert ein jährliches Netzwerktreffen, bei dem sich Trägervereine und interessierte Akteure informieren und Erfahrungen austauschen können. Es wurden bereits Workshops zu den Themen Software, Ladeinfrastruktur, Recht und Steuern in Vereinsstrukturen sowie Finanzierung durchgeführt. Darüber hinaus gibt es die sogenannten Dörpsmobil Botschafter. Sie haben selbst bereits Dörpsmobile ehrenamtlich umgesetzt und geben ihre Erfahrungen an interessierte Gemeinden weiter.
Der öffentliche Personennahverkehr ist in ländlichen Regionen meistens schlecht ausgebaut, wodurch ein Privatfahrzeug unverzichtbar ist und die meisten Haushalte mehrere Autos besitzen. Das Dörpsmobil verbessert das Mobilitätsangebot in diesen Regionen und erleichtert es allen, auf ein privates Auto oder einen Zweitwagen zu verzichten. Dadurch sparen sie Kosten.
Bei dem Betrieb eines Carsharing-Fahrzeugs muss es einen Schutz für mitfahrende Personen sowie die fahrende Person oder ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer geben. Auch der Versicherungsschutz für das Fahrzeug und die Haftung des Betreibers müssen geklärt sein.
Grundsätzlich werden Schäden aus dem Halten und Führen von Fahrzeugen durch die Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt. Für das Carsharing-Fahrzeug ist darauf zu achten, dass der Fahrerkreis entsprechend der Nutzung festgelegt ist und keine Einschränkungen hinsichtlich des Kreises der Mitfahrenden besteht. Für die Absicherung von Personenschäden ist es gegebenenfalls notwendig, eine zusätzliche Unfallversicherung für die Fahrenden abzuschließen.

Kommunen

Das Projekt wird in folgenden Kommunen umgesetzt:

Klixbüll, Schleswig-Holstein

bis 20.000 Einwohner

Land

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Schwedeneck, Schleswig-Holstein

bis 20.000 Einwohner

Land

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Krempe, Schleswig-Holstein

bis 20.000 Einwohner

Land

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Horstedt, Schleswig-Holstein

bis 20.000 Einwohner

Land

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Grossenwiehe, Schleswig-Holstein

bis 20.000 Einwohner

Land

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Marne, Schleswig-Holstein

bis 20.000 Einwohner

Land

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Drelsdorf, Schleswig-Holstein

bis 20.000 Einwohner

Land

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Gettorf, Schleswig-Holstein

bis 20.000 Einwohner

Land

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Busdorf, Schleswig-Holstein

bis 20.000 Einwohner

Land

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Viöl, Schleswig-Holstein

bis 20.000 Einwohner

Land

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Struckum, Schleswig-Holstein

bis 20.000 Einwohner

Land

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Medelby, Schleswig-Holstein

bis 20.000 Einwohner

Land

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Das Dörpsmobil verbessert das Mobilitätssystem in den ländlichen Regionen Schleswig-Holstein. Dabei ersetzt es nicht den öffentlichen Personennahverkehr, sondern ergänzt ihn um eine individuelle und nachhaltige Komponente. Es ermöglicht den Bürgerinnen und Bürgern auf ein Zweitfahrzeug zu verzichten und auf Elektromobilität umzusteigen. Mit dem Dörpsmobil Klixbühl wurden in den ersten 18 Monaten 18.000 Kilometer gefahren und dadurch insgesamt 2,5 Tonnen CO2 im Vergleich zu Fahrten mit einem eigenen Auto mit Benzinmotor eingespart.

Das in Klixbühl pilotierte Projekt wird mittlerweile in 18 Gemeinden umgesetzt und die Koordinierungsstelle "Dörpsmobil SH" informiert interessierte Gemeinden, Vereine und Initiativen und unterstützt sie bei der Planung und dem Aufbau von Dorf-Gemeinschaftsautos. Außerdem hat die Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e. V. gemeinsam mit den 22 Aktivregionen den Leitfaden "Dörpsmobil SH - Wir bewegen das Dorf" veröffentlicht.

Beteiligte Projektpartner

Weiterführende Informationen