Fingerabdruck-Scanner

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Mit der Digitalisierung, beziehungsweise der digitalen Transformation, erleben wir eine „Revolution“ in unserer Arbeits- und Lebenswelt. Dies betrifft auch die öffentliche Verwaltung, die bei der Entwicklung neuer Konzepte, Organisationsformen und Ablaufstrukturen die Möglichkeiten moderner IT stärker als bisher nutzen muss. Dabei stehen Staat und öffentliche Verwaltung vor einer besonderen Herausforderung: Behörden und Einrichtungen müssen ihr Digitalisierungspotenzial analysieren, ihre Prozesse nicht nur digitalisieren. Um den sich stetig und immer schneller wandelnden Anforderungen gerecht werden zu können, müssen sie die Abläufe kritisch prüfen und auch dynamischer und flexibler gestalten.

Der Fokus der Plattform „Digitale Verwaltung und Öffentliche IT“ liegt deshalb auf konsequenter Nutzerorientierung: Benutzer- beziehungsweise Bürgerzentrierung über moderne digitale Angebote.

Die Plattform bearbeitet wechselnde Schwerpunktthemen in zeitlich befristeten Arbeitspaketen. Aktueller Schwerpunkt für den Gipfelprozess 2019 war die Verwaltungsplattform als Ökosystem für Interaktion und Datensouveränität. Im Zentrum steht, neben der konsequenten Nutzerorientierung, ein nachvollziehbares Datencockpit, welches das Vertrauen in den Staat und die Verwaltung stärkt und Datensouveränität garantiert.

Die Kernbotschaften der Plattform „Digitale Verwaltung und öffentliche IT“ sind:

  1. Die öffentliche Hand bietet über eine Verwaltungsplattform individualisierte Leistungen für Bürger*innen und Unternehmen vor allem in komplexen Nachfragesituationen an („Government as a Service“). Die Plattform fungiert als der persönliche Assistent von Bürger*innen und Unternehmen („wir managen das für Dich“).
  2. Um dieser Rolle gerecht zu werden und bestmögliche Leistungen für Bürger*innen und Unternehmen bereitstellen zu können, integriert die Plattform auch Dienstleistungen, die von Akteuren außerhalb der öffentlichen Verwaltung angeboten werden, zum Beispiel Bildungsangebote.
  3. Die angebotenen Services sind untereinander kombinierbar. Datenbasiert macht die Plattform Vorschläge für Leistungsangebote, die der individuellen Situation des Bürgers, der Bürgerin oder des Unternehmens entsprechen.
  4. Bürger*innen und Unternehmen möchten so wenig bürokratischen Aufwand wie möglich. Die Plattform nutzt daher bereits bekannte und freigegebene Daten für die verschiedenen Leistungen (Once-Only). Bürger*innen und Unternehmen müssen nur noch neue Informationen bereitstellen. Für Dienstleistungen Dritter (Botschaft 2) können sie verfügen, dass notwendige Informationen direkt weitergeleitet werden.
  5. Die Plattform ist die „Vertrauensplattform“, die hohe Akzeptanz bei Bürger*innen, Unternehmen und Partnern im Ökosystem erreicht. Denn sie stellt Datenschutz und Datensouveränität sicher. Bürger*innen und Unternehmen sind die Herren ihrer Daten. Sie stimmen der Nutzung ihrer Daten im Einzelfall zu. Sie kontrollieren die Nutzung ihrer Daten und können transparent nachvollziehen, wer wann was mit den Daten getan hat.
  6. Mit ihrer besonderen Verantwortung für das Identitätsmanagement und für die Daten der Bürger*innen und Unternehmen nimmt die Plattform der öffentlichen Hand eine koordinierende Rolle im Ökosystem der Sektorplattformen ein: Die Nutzung der auf der Plattform der öffentlichen Hand verfügbaren Daten ist Garant für die Qualität der Daten sowie für die Gewährleistung von Datensouveränität und Transparenz.
  7. Mit dieser „Vertrauensplattform“ leistet Deutschland einen Beitrag zur Datensouveränität und gewährleistet zugleich Interoperabilität auf europäischer Ebene.