Ärztin vor Display mit Videokonferenz; Quelle: gettyimages/Ariel Skelley

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Intelligente Vernetzung: Der Begriff steht für die Weiterentwicklung und optimierte Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in den Infrastrukturbereichen Bildung, Energie, Gesundheit, Verkehr und öffentliche Verwaltung. Allein im Gesundheitssektor ergeben sich nach einer Studie des Fraunhofer Instituts dadurch wirtschaftliche Wachstumspotenziale in Höhe von 2,6 Milliarden Euro und noch viel größere Effizienzgewinne von rund 9,6 Milliarden Euro. Die Initiative Intelligente Vernetzung des BMWi fördert diese vielfältigen Potenziale gemeinsam mit Partnern aus der Digitalwirtschaft und dem Gesundheitssektor. So können sich auf der Open-Innovation-Plattform der Initiative die verschiedenen Akteure und Interessenten – von Ärzten und Forschern bis zu Bürgern und Patienten – über Ideen und Projekte austauschen.

Zwei Projekte aus dem Bereich Medizin hat die Initiative kürzlich im Rahmen der Konferenz „De.Digital: Intelligente Vernetzung in Deutschlands Regionen“ ausgezeichnet: das Projekt „Netzwerk Gesundes Kinzigtal“, das in Deutschland einmalig eine integrierte und gemeinsame Patientenversorgung von Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten mittels digital vernetzter Angebote bietet und so zum Beispiel Mehrfachdiagnostik vermeidet, sowie „Mobile Retter“ – eine mobile Plattform, die medizinisch qualifizierte Ersthelfer in Notfallsituationen orten kann. 

Wie groß der Nutzen von Digitalisierung und intelligenter Vernetzung in der Praxis ist, zeigen zahlreiche weitere Best-Practice-Beispiele, die auf einer interaktiven Karte hinterlegt sind. Weltweit gibt es eine Reihe innovativer Digitalisierungsprojekte im Gesundheitswesen. Sie können als Blaupause für das deutsche Versorgungssystem dienen. Auf Grundlage eines umfassenden Kriterienkatalogs (z. B. Innovation, Aktualität, Relevanz für Deutschland) wurden jeweils die fünf besten internationalen Projekte in der internationalen Best Practice Studie Intelligente Vernetzung ausgewählt: elektronische Patientenakten, Telemedizinanwendungen und Big-Data-Lösungen für den medizinischen Bereich.

Das Thema „Digitalisierung des Gesundheitswesens“ bildet auch beim diesjährigen Digital Gipfel – seit 2016 unter dem Namen Nationalen IT-Gipfel – voraussichtlich Mitte Juni in Ludwigshafen einen Schwerpunkt. Auf der vom BMWi ausgerichteten Veranstaltung treffen sich führende Vertreter von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, um über Zukunftsfragen der Digitalisierung zu diskutieren.