Stand des BMWi auf der Hannover Messe 2017

© BMWi/Maurice Weiss

Industrie 4.0 ist kein Zukunftsthema mehr, sondern bereits in der Realität angekommen. Rund 30 Prozent der Industrieunternehmen in Deutschland haben bereits marktreife Produkte, die mittels Chips und Mikroprozessoren mit Maschinen kommunizieren können, jedes zweite Unternehmen entwickelt solche Smart Products. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie im Auftrag der Deutschen Messe in Hannover. Die Nase vorn haben vor allem große Mittelständler  - häufig Hidden Champions – mit einem Jahresumsatz von 0,5 bis 1 Milliarde Euro: Sie erreichen im Durchschnitt einen um bis zu 26 Prozent höheren Reifegrad als Großkonzerne. Die Studie bestätigt aber auch die Diagnose anderer Studien, die dem Mittelstand Zurückhaltung bei der Digitalisierung bescheinigen: Erheblicher Nachholbedarf besteht nach wie vor bei kleinen Firmen mit bis zu 200 Millionen Euro Umsatz. Und: Der Anteil der Unternehmen, die in den letzten drei Jahren Innovationen hervorgebracht haben, ist in den vergangenen 20 Jahren von 50 auf 35 Prozent gesunken.

Stand des BMWi auf der Hannover Messe 2017: Exponat CeramSolutions 4.0

© BMWi/Maurice Weiss

Das BMWi will deshalb Innovationen und Forschung mit zahlreichen maßgeschneiderten Programmen stärker fördern. Dazu gehört beispielsweise das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), das bundesweit Unternehmen aller Branchen Fördermöglichkeiten für eine breite Palette an technischen Innovationsvorhaben bietet. Ein Beispiel von vielen ZIM-Förderprojekten ist ein Stromspeicher für private PV-Anlagen für Einfamilienhäuser (SENEC.Cloud, Deutsche Energieversorgung GmbH), den das BMWI auf seinem Stand präsentiert. Überschüssiger Strom wird dabei in einer Cloud zwischengespeichert. Die Energie können Teilnehmer dann abrufen, wann sie ihn brauchen – nachts, bei schlechtem Wetter oder im Winter. 

Unterstützung für forschungsbasierte Unternehmensgründungen, die mit aufwändigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind, finden Unternehmer im EXIST-Forschungstransfer. Ein Beispiel dafür ist der celluveyor, ein modulares und multifunktionales Fördersystem für Anwendungen in der Logistik. Die einzelnen Zellen können zu beliebigen Anlagen kombiniert werden und eignen sich vor allem für Aufgaben mit Richtungsänderungen, z.B. Sortieren oder Palettieren – eine mögliche Lösung für die enormen Herausforderungen in der Logistik, die das explosive Wachstum im e-Commerce mit sich bringt. 

Immer mehr Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben erkannt, dass sie gemeinsam langfristig mehr erreichen können und schließen sich zu leistungsstarken, regionalen Innovationsclustern zusammen. Das BMWi-Programm „go-cluster – exzellent vernetzt“ vereint derzeit 92 bundesweit verbreitete Innovationscluster und unterstützt diese bei ihrer Weiterentwicklung. Das Beratungsangebot wird bei der Hannover Messe am BMWI-Stand präsentiert, ebenso wie die Förderberatung "Forschung und Innovation" des Bundes. 

Neben Innovationen und Forschung für Industrie 4.0 stehen am BMWI-Messestand vor allem die Themen Energieeffizienz und Elektromobilität im Fokus. Zahlreiche Exponate aus den verschiedenen Programmen und Beratungsangeboten demonstrieren die vielfältigen Chancen, die sich durch Digitalisierung und Vernetzung ergeben. Ein kleiner Überblick: 

Smart Farming Welt

Eine cloudbasierte Plattform bündelt die Daten verschiedener Hersteller landwirtschaftlicher Maschinen und vernetzt diese untereinander. So entsteht ein komplexes Datengerüst, aus dem landwirtschaftliche Betriebe optimale Dünge- und Erntestrategien entwickeln können. Das Projekt wird vom BMWi im Rahmen des Technologie-Programms Smart Service Welt gefördert.

Stand des BMWi auf der Hannover Messe 2017: Exponat Smart Farming

© BMWi/Maurice Weiss

Future Cabin Management

Dieses neue Kabinenmanagementsystem in Airbus-Flugzeugen ermöglicht einen effizienteren Datenaustausch an Bord und mit dem Boden. So können z.B. Passagierinformationen direkt über mobile Endgeräte abgerufen werden. Mit Hilfe von Big Data Analytics können die benötigte Auffüllmenge von Wasser genau definiert und somit Gewicht und Treibstoffverbrauch reduziert werden. Das Projekt wird durch das Luft- und Raumfahrtprogramm des BMWi gefördert. 

EJIT

In diesem Projekt aus dem Förderschwerpunkt IKT für Elektromobilität III geht es um die Effizienz von elektrischem Antrieb im Just-in-Time Güterverkehr. Zwei 40-Tonner werden in einem Probebetrieb elektrifiziert und im 3-Schicht-Betrieb getestet. Ziel ist es, langfristig eine elektrische und autonom fahrende Alternative zum Diesel-LKW in komplexen und zeitkritischen Logistiksystemen zu schaffen.

Stand des BMWi auf der Hannover Messe 2017: Exponat EJIT

© BMWi/Maurice Weiss

Eine wichtige Rolle spielt die Energieberatung im BMWI. Eine echte Energiewende kann nur erfolgreich sein, wenn die Energieeffizienz gesteigert wird – wie das gelingt, demonstriert die Kampagne Deutschland macht’s effizient. Entscheidend werden auch innovative Lösungen für die intelligente Energieversorgung der Zukunft sein. Im SINTEG-Programm testen fünf Schaufensterregionen Ideen und Konzepte für eine sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung bei hohen Anteilen fluktuierender Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie. Beide Initiativen werden auf der Messe präsentiert.   

Wer ein Unternehmen gründen will, findet auf dem BMWi-Stand Experten der Förderberatung als Ansprechpartner. Die Anlaufstelle für Unternehmer informiert umfassend über sämtliche Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU für kleine und mittlere Unternehmen. 

Mit einem eigenen Stand ist die Plattform Industrie 4.0 auf der Hannover Messe vertreten (Halle 8, Stand D 24). Das weltweit größte Netzwerk im Bereich Digitalisierung der Produktion unter der gemeinsamen Leitung von BMWi und BMBF (Bundesforschungsministerium) bringt Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft, Verbände und Politik zusammen. Ziel ist es, Unternehmen den praktischen Einstieg in das Thema Industrie 4.0 zu erleichtern. Am Messestand macht die Plattform ihre inhaltliche Arbeit in den Bereichen Standardisierung und IT-Sicherheit erlebbar und zeigt Informations- und Orientierungsangebote für den Mittelstand. Gemeinsam mit dem Industrial Internet Consortium (IIC) präsentiert die Plattform auf dem Stand das Exponat „Interoperable Trustworthy Global Security Solution“. Das Exponat zeigt, wie trotz verschiedener Sicherheitsumfelder eine integrative und sichere IT-Lösung für die Kommunikation über Unternehmensgrenzen hinweg funktionieren kann.